[Gelesen] Ali Shaw–Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Da hab ich doch ganz zufällig zu einem wirklich und wahrhaftig winterlichen Buch gegriffen. Wie es mir gefallen hat, das erzähle ich euch jetzt.

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Verlag: Srcipt5 Verlag
Seiten: 398
Preis: 19,99 Euro
Genre: Drama, Märchen, Liebe

 

 

 

 

 

KLAPPENTEXT (Auszug) Eine karge, zauberhafte Inselgruppe voller wundersamer Bewohner – hierher kommt Ida zurück, um Antworten zu finden. Denn eine mysteriöse Veränderung geht mit ihr vor: Sie verwandelt sich zu Glas. Doch was Ida stattdessen findet, hier auf St. Hauda’s Land, ist die große Liebe.

MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte weder den Klappentext gelesen, noch konnte ich an irgendein Detail erinnern, das ich in diversen Rezensionen gelesen hatte. Ich wusste auch nicht, wie das Buch auf meine Wunschliste kam. Aber es stand darauf, also las ich es.

MEINE EINDRÜCKE Märchenhaft, mystisch, seltsam. Das sind die drei Adjektive, die mir am Ende zu diesem Buch einfallen.

In Das Mädchen mit den gläsernen Füßen geht es um Ida, die einst während eines Urlaubs nach St. Hauda’s Land kam und nun dorthin zurückkehrt, weil sie einen Mann sucht, von dem sie sich Heilung verspricht. Denn Ida verwandelt sich von den Füßen an aufwärts zu Glas. Bei ihrer Suche trifft sie auf Midas. Einen verschlossenen, eigenbrötlerischen Inselbewohner. Zwischen den beiden entsteht etwas, ganz langsam. Und obwohl Midas Menschenkontakt scheut, fühlt er sich von Ida angezogen.
Es geht aber auch um Henry und Claus, die beide mit Ida und Midas verknüpft sind. Sie alle verbindet die Tragik. So karg, düster und geheimnisvoll die Insel St. Hauda’s Land wirkt, so ist auch das Leben jedes Einzelnen auf der Insel.

Es gibt eigentlich keine Figur in dem Buch, die nicht ein riesiges Päckchen Schuld, Trauer, hoffnungslose Liebe oder einfach nur Tragik auf den Schultern trägt. Jeder ist irgendwie verschroben, auf seine Weise sehr merkwürdig und sie alle versuchen, ihren Platz im Leben zu finden.
Ida bildet da die Ausnahme. Sie ist die treibende Kraft in diesem Roman. Und doch trägt auch sie eine große Tragik: sie verwandelt sich scheinbar unaufhaltsam aus Glas. Und so langsam wie die Verwandlung voran schreitet, so langsam entwickelt sich auch die Geschichte.

Zu Beginn des Romans empfand ich die ausladenden, mit Vergleichen und Metaphern aufgeladenen Beschreibungen noch sehr schön. Sie schaffen die düstere, melancholische, ja winterliche, Stimmung, die über allem schwebt. Ab der Hälfte des Buches habe ich sie meist nur noch überflogen. Sie lenkten mir zu sehr von der Handlung ab, drängten sich sogar zwischen wörtliche Rede und bremsten alles aus. Mehrfach habe ich mich gefragt, wo der Autor mich als Leser hinführen will.

Am Ende bleibt vor allem die düstere Stimmung zurück. Alles wirkt märchenhaft, unwirklich und noch jetzt suche ich nach der verborgenen Botschaft, der eigentlichen Geschichte, die mir der Autor erzählen wollte.

FAZIT Ich schätze, in diesem Buch geht um die Facetten der Liebe. Eingekleidet in eine märchenhafte Geschichte beschreibt Ali Shaw, wozu Liebe fähig ist. Am sympathischsten war mir Claus’ Tochter Denver, wenngleich auch sie ein merkwürdiges Wesen ist. Und diese Merkwürdigkeit hielt mich davon ab, eine richtige Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Das Buch ist also nicht schlecht, es passt sogar hervorragend in diese Jahreszeit, aber es hat mich nicht richtig erreicht.

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One comment

  1. Julia says:

    Mh, mal sehen, ob ich dem Buch noch einmal eine Chance gebe. Ich habe es auf Englisch hier und fand es auf Englisch doch recht anspruchsvoll zu lesen. Da ich zu der Zeit gerade im Umzug steckte und daher auch nicht so richtig einen Kopf hatte dafür, habe ich es dann abgebrochen.
    Aber ich werde es wenn, dann vor Frühlingsbeginn noch einmal probieren. ;-)

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