[Gelesen] Ally Condie–Die Ankunft

Ich hab für den dritten und letzten Band aus der Cassia&Ky-Trilogie viel länger gebraucht, als ich eigentlich gedacht hatte. Ihr wisst ja, wie sehr ich mich auf diesen Roman gefreut hatte. Um so peinlicher war es mir dann, dass ich nicht schnell davon berichten konnte.
Aber jetzt ist es endlich soweit!

 

Verlag: S. Fischer Verlag
Seiten: 594
Preis: 16,99 Euro
Genre: Jugendbuch, Dystopie

 

 

 

 

 

 
INHALT Endlich haben sie es geschafft. Sie haben die Erhebung erreicht, sie konnten fliehen. Nun wollen sie die Rebellen im Kampf gegen das System unterstützen. Dazu wird jedem eine Aufgabe zugeteilt, die seinen Fähigkeiten entspricht. Ky soll zum Piloten ausgebildet werden, doch Cassia wird zurück in die Gesellschaft geschickt. Wieder werden sie getrennt und wieder läuft es nicht so, wie sie geplant haben. Werden sie dennoch zueinander finden? Und können sie die Gesellschaft stürzen?

MEINE ERWARTUNGEN Meine Erwartungen war eigentlich eher Hoffnungen und besonders Vorfreude. Die ersten beiden Bände aus der Trilogie haben mir so gut gefallen, da freute ich mich auf den Abschluss. Ich war neugierig, wie die Geschichte um Cassia, Ky und Xander ausgehen wird. Für wen sie sich entscheidet und was aus der Gesellschaft wird. Ich hoffte auf eine spannende Geschichte, ein sinnvolles Ende und mehr noch mehr Details zu den Hintergründen.

MEINE EINDRÜCKE Verwirrung. Das ist der erste Eindruck. Wo bin ich hier? Was geschieht gerade? Das sind die Fragen, die ich mir als Leser stelle. Das sind auch die Fragen, die sich die Protagonisten stellen. Ich bin also sofort wieder mitten in der Geschichte.
Doch diesmal beginnt die Geschichte mit Xander. Denn passend zum dritten Teil einer Trilogie, bei der der erste Teil aus Cassias Sicht und der zweite aus Cassias und Kys Sicht erzählt wurden, erleben wir die Geschichte nun aus drei Perspektiven: abwechselnd erzählen Cassia, Ky und Xander, was in ihnen vorgeht, was mit ihnen passiert und welchen Entscheidungen sie gegenüberstehen. Das ist zunächst ungewohnt und braucht auch einige Kapitel, bis man sich so richtig zurechtfindet. Aber jeder der drei reden und denkt anders, so dass es schon bald nicht mehr schwerfällt, die Geschehnisse richtig zuzuordnen. Vereinfacht wird dies zudem, dass am Seitenrand immer der jeweilige Name des Erzählers steht. Wunderbar gelöst, wie ich finde!
Wie auch schon bei den beiden Vorgängern bekommt der Leser hier eine Fülle von Informationen und Gedanken präsentiert. Die Geschichte rund um die Gesellschaft, die Erhebung und den drei jungen Menschen wird immer dichter und fügt sich Stück für Stück zusammen. Und dennoch hielt die Verwirrung länger als nur die paar Eingangskapitel an…
Das lag an der völlig neuen Situation. Alle drei befinden sich an einem völlig neuen Ort, erleben völlig neue Dinge und so wie sie muss sich auch der Leser erst einmal orientieren. Immer wieder kommt die Frage auf: Was passiert hier eigentlich wirklich? Das fordert ein wenig Lesegeduld. Doch ab der Hälfte des Buches wird es wirklich wieder richtig spannend. Nun arbeiten Cassia, Ky und Xander zusammen, haben mehr oder weniger das gleiche Ziel und als Leser kann man wieder eine Ahnung entwickeln, wo die Geschichte hinführen sollte… und am Ende ist er dann doch wieder überrascht.
Wie gewohnt führt Ally Condie auch in Die Ankunft ihren einfühlsamen, sehr detaillierten und ruhigen Erzählstil weiter. Nach und nach fügt sie die Stücke des Geschehens aus den anderen Bänden zusammen, ähnlich wie vielleicht J.K. Rowling es mit Harry Potter tat: erst ganz zum Schluss überblickt man, wie alles wirklich abgelaufen sein muss und dennoch bleiben ein paar Lücken, die die Geschichte sehr real und authentisch wirken lassen. Diese Lücken sind die menschlichen Fehler und die menschliche Unwissenheit, der man selbst jeden Tag begegnet. Kein Leben und keine Lebensgeschichte ist bis ins letzte Detail durchgeplant.
Das ist es auch, was Ally Condie mit ihrer Trilogie vermittelt: Die Freiheit zur Wahl. Man kann sein Leben nicht planen und schon gar nicht sollte es jemand anderes für einen tun. Jeden Tag und in jeder Minute muss man Entscheidungen fällen, die oft auch das Leben anderer beeinflussen. Aber genau dies macht das Leben lebendig, vielfältig und lebenswert. Nur so kann man seine Persönlichkeit entwickeln und seine Fähigkeiten in vollen Zügen ausschöpfen.
Nicht zuletzt diese Botschaft und die aufwallende Spannung ab der Hälfte des Buches bringen die Trilogie zu einem wirklich runden Abschluss, so dass man den Buchdeckel mit einem Lächeln zuklappen kann.

FAZIT Trotz des wirklich zögerlichen und leicht zähen Anfangs setzt Ally Condie ihre Trilogie konsequent fort. Wieder erleben wir eine eher subtile Spannung, die nicht auf actionreiche Szenen setzt, sondern das Bedürfnis des Menschen anspricht, seinen eigenen Weg zu entfalten, gleichzeitig aber die größtmögliche Sicherheit für sein Leben zu erzielen. Dieses Spannungsfeld gepaart mit den Fragen nach der richtigen Wahl des Partners und der Frage nach seinem Platz in einer Gesellschaft machen Die Ankunft zu einem schönen Trilogieabschluss und einem schönen Buch über das Erwachsenwerden.

Ich stelle gerade fest, dass ich zu Die Flucht keine Rezension geschrieben habe. Besteht daran noch Interesse?
Meine Rezensionen zu Band 1:
Die Auswahl
Re-read

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