[Gelesen] Ally Condie – Die Auswahl

Dieses Buch habe ich schon ein paar Tage ausgelesen hier liegen. Ich habe schon lange nicht mehr so lange gezögert, eine Rezension zu schreiben. Woran das lag, versuche ich euch gleich zu erklären.

S7300064

 

 

Verlag: Fischer FJB Verlag
Seiten: 453
Preis: ca. 17 Euro
Genre: Dystopie, Jugendbuch

 

 

 

 

INHALT Cassia ist gerade 17 Jahre alt und erwartet mit freudiger Spannung ihr Paarungsbankett. Auf diesem soll sie vom System den für sie perfekten Partner ihres Lebens zugeteilt bekommen. Doch es gibt Probleme: so wird sie zwar ihrem besten Freund Xander zugeteilt, aber auf ihrem Informationschip zur Paarung erscheint nicht Xander, sondern Ky. Und ihn kennt Cassia auch… hat das System einen Fehler gemacht?

MEINE ERWARTUNGEN Ich bin durch meine Schwester auf diese Reihe aufmerksam geworden. Lange Zeit war es dann aber in Vergessenheit geraten, bis ich dann hier und da in der Bloggerwelt auf den Titel stieß. Ich war sehr neugierig auf diese Dystopie und erwartete einen Jugendroman mit Romantik, Spannung und einer interessanten Zukunftsvision.


FAZIT Die Autorin lässt sich Zeit, und das ist schön.

Cassia ist zu Beginn der Geschichte auf dem Weg zu ihrem Paarungsbankett. Anders als in den anderen Dystopien (zum Beispiel Panem), die ich bisher gelesen habe, stellt Cassia die Welt, in der sie lebt nicht von vorneherein in Frage. Sie ist davon überzeugt, dass man dem System folgen sollte, denn schließlich tut es alles dazu, dass man ein glückliches und langes Leben führen kann. Das betrifft auch die Partnerwahl: das System versichert, dass es dir deinen perfekten Partner zuteilt, also die Gene am besten zusammenpassen. Erst als ein Fehler bei der Paarung passiert, wird Cassia verunsichert und beginnt, Fragen zu stellen.
Was mir an diesem Roman wirklich gut gefallen hat, ist, dass Ally Condie sich mit ihrer Geschichte Zeit lässt. Für den einen oder anderen Leser könnte es zu wenig Spannung haben, aber ich habe es positiv aufgefasst: der Leser bekommt Zeit sich in der neuen Welt zurechtzufinden, sie mit den Augen von Cassia kennenzulernen.
Cassia selbst entwickelt sich auch langsam, was ich als sehr passend empfunden habe. So wie die meisten Menschen in ihrem Umfeld hinterfragt sie die Ordnungen des Systems nicht, sondern folgt ihnen sehr gewissenhaft. So kommen ihre kritischen Fragen nur langsam und zögerlich, denn sie hat Angst vor den Folgen, wenn sie entdeckt werden würde. So muss sie ihren besten Freund und ihre Familie belügen, fühlt sich einsam und kämpft im Inneren einen stillen Kampf.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, etwas zu wissen, was die anderen nicht wissen, und etwas zu besitzen, was ich nicht besitzen sollte.

Neben Cassia spielen in diesem Roman auch vor allem Xander, ihr bester Freund, und Ky, ihr vermeintlich perfekter Partner, eine wichtige Rolle. Beide Figuren sind in sich auch sehr stimmig charakterisiert, so dass man sie sich gut vorstellen kann und ihre Handlungen auch stets logisch sind. Gleichzeitig haben beide aber etwas geheimnisvolles, unbekanntes an sich, wodurch auch ein wenig Spannung erzeugt wird. Überraschend waren für mich Cassias Eltern. So wirken diese beiden zu Beginn des Romans noch sehr systemtreu, später erkennt Cassia aber, dass das so nicht ganz stimmt. Ally Condie gelingt es also, mit wenigen Figuren die verschiedenen Abstufungen von kritischen und systemtreuen Menschen in ihrer Dystopie darzustellen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Cassia als Ich-Erzählung geschildert. So ist die Sicht des Lesers natürlich auf die von Cassia eingeschränkt. Aber das schafft die nötige Spannung mit passenden und leicht überraschenden Wendungen. Denn Cassia lernt nur langsam, und so auch der Leser.

Es ist eine Sache, eine Wahl treffen zu müssen, aber eine ganz andere, nie eine Wahl gehabt zu haben.

Das Ende ist natürlich total offen, schließlich soll es ja eine Trilogie werden.
Insgesamt hat mir der Roman wirklich gefallen. Es ist kein herausragender Roman, der in mir Begeisterungsstürme lostritt, aber nach der letzten Seite blieb ein wohliges Gefühl zurück. Ich konnte gut in die Welt von Cassia und Ky eintauchen, die Seiten lasen sich dank des recht flüßigen und einfach Schreibstils schnell. Es gab kleinere Dinge, die mich ein wenig gestört haben (zum Beispiel die teils holprige Übersetzung), aber insgesamt ist es eine gelungene Dystopie. Meine Erwartungen wurden erfüllt und nun hoffe ich, dass ich ganz bald Die Flucht, den zweiten Teil, in die Hände bekomme!

5 comments

  1. himbeerig says:

    Hallo Eulenfreund :) Schöner Blog!
    Wir haben gerade ein euliges Gewinnspiel laufen: Facebookfreund von himbeerig (unserem kleinen Kreativlabel) werden und Kommentar posten. Und vielleicht flattert die himbeerige Eulenkarte zu dir ins Haus!

  2. Astis Hexenwerk says:

    ok…ich habs nicht ganz durchgelesen…ich hab immer so viel Angst vor Spoilern :D aber ich freue mich schon jetzt auf eine Dystopie, die nicht ganz „üblich“ beginnt und sich dann erst entwickelt :) Deshalb: DANKE :)

    • Melissa G says:

      Du kannst dir sicher sein, dass meine Rezensionen immer Spoiler frei sind!! Es gibt ja wirklich nichts Schlimmeres!! Ich wünsche dir aber schon mal viel Spaß beim lesen!!

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