[Gelesen] Amy Forster – Der Himmel über Berkeley Park

In der Pressemitteilung stand so etwas wie: für Fans von Downton Abbey. Ich mag diese Serie sehr gerne und war sofort neugierig. Dieses Buch hat mir freundlicherweise der Knaur Taschenbuch Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank! Ob das Buch wirklich wie Downton Abbey ist, verrate ich euch jetzt.

berkeleypark

 

 

Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Seiten: 480 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Genre: Historischer Roman, Liebe, Drama

 

 

 

KLAPPENTEXT Auf dem britischen Landsitz Berkeley Park begegnen sich zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: das englische Dienstmädchen Ella, immer darauf bedacht, beherrscht und korrekt zu bleiben, und die deutsche Adlige Auguste, die mit ihren Eskapaden das altehrwürdige Haus auf den Kopf stellt. Beide Frauen kämpfen in einer Zeit, in der Europa auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, auf unterschiedliche Arten um ihr Glück. Doch eine Gemeinsamkeit wird die zwei für immer verbinden: die Liebe zu Augustes Ehemann Rhys.

MEINE ERWARTUNGEN Der Klappentext versprach mir ein Drama wie es im Bilderbuch steht. Eine Dreiecksbeziehung über die Standesgrenzen hinaus, in einem Land kurz vor dem Krieg. Das klang prickelnd. Dann noch die Ankündung, es sei wie Downton Abbey – ich freute mich sehr aufs Lesen!

MEINE EINDRÜCKE Zu Beginn fühlte ich mich wirklich an Downton Abbey erinnert. Das große Anwesen mit den unterschiedlichen Charakteren darin, die Sprache. So langsam, wie sich eine Welt ohne Elektrizität, fließendes Wasser und Autos (das war Anfang des 20. Jahrhunderts gerade erst alles im Kommen) fortbewegt, so gemächlich beginnt auch der Roman. Das war sehr angenehm, da es dem Leser Zeit gibt, sich an die ihm fremden Lebensumstände zu gewöhnen.

Aber das ist auch der große Schwachpunkt des Romans: das Erzähltempo bleibt die 480 Seiten lang so gemächlich. Es war beinahe langweilig. Denn die im Klappentext angesprochenen Eskapaden von Auguste waren für die damalige Zeit zwar skandalös, aber mir erschloss sich die Motivation dahinter nicht bzw. nicht früh genug. Warum Auguste ist wie sie ist, was sie sich vom Leben wünscht, das ist der Autorin leider nicht gelungen richtig zu vermitteln.
Bei Ella ist es schon einfacher. Sie scheint einfacher gestrickt, ihre Lebensumstände sind klar umrissen und darin fügt sie sich vollkommen ein. Sie verhält sich auch so, wie man es von einem Dienstmädchen erwarten würde. Die Geschichte wird zum größten Teil aus ihrer Sicht geschildert. Hier fehlte nur ein fließender Übergang, wann und wie sie ihre Liebe zu Rhys entdeckt.
Es gab für mich genau eine spannende Stelle in dem Buch: von Seite 442 bis Seite 452. Danach verlor sich der Roman leider wieder in Vorhersehbarkeiten und Belanglosem.

FAZIT Es ist kein schlechter Roman, aber mir fehlten Spannung und richtiges Drama. Vieles erschien vorhersehbar und aufgesetzt. Der Autorin ist es leider nicht gelungen, mir Emotionen zu vermitteln und die Charaktere näher zu bringen. Dennoch konnte ich gut in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eintauchen, weil Amy Forster sich viel Mühe mit den Beschreibungen gegeben hat. Das hat Spaß gemacht. Wer keine Aufregung mag, sondern sich einfach von einer Geschichte treiben lassen möchte (zum Beispiel am Strand im Urlaub), der trifft mit Der Himmel über Berkeley Park eine gute Wahl.

IN DREI WORTEN gemütlich, romantisch, undramatisch

3Eulen_thumb-25255B1-25255DAndere Rezensionen: Happy End Bücher

One comment

  1. Julia says:

    Mein Interesse hätte man mit dem Verweis auf Downton Abbey auch wecken können, aber das Buch scheint ja wirklich nicht der Hit zu sein. Aber wenn du passende Bücher suchst, solltest du mal einen Blick in „Das geheime Spiel“ von Kate Morton werfen.

    LG, Julia

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