[Gelesen] Benjamin Lebert – Flug der Pelikane

Benjamin Lebert ist bekannt geworden, als er den Jugendroman Crazy schrieb. Dieser ist sogar verfilmt worden. Ich habe nur den Film gesehen, aber Autoren bleiben mir schnell im Gedächtnis. Als mir dann dieses Buch in die Hände fiel, nahm ich es spontan mit nach Hause.

flugderpelikane_thumb-25255B7-25255D

 

 

Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Seiten: 188
Preis: 7,95 Euro
Genre: Gegenwartsliteratur, Belletristik

 

 

 

 

INHALT Als in seinem Leben sich alles aufzulösen scheint, packt der Ich-Erzähler seine Sachen und besucht seinen Onkel Jimmy in Amerika. Dieser ist ganz vernarrt in die legendäre Geschichte dreier Insassen von Alcatraz, denen angeblich die Flucht gelang. Auf der Suche nach der Wahrheit erfährt der Ich-Erzähler auch viel über das Leben an sich und wie wichtig Träume sein können.

MEINE ERWARTUNGEN Ohne den Klappentext zu lesen, begann ich mit dem Buch. Ich ließ mich einfach von der Geschichte treiben. Da es nicht besonders dick ist, betrachtete ich es auch nur als Lückenfüller. Meine Erwartungen waren entsprechend gering.

MEINE EINDRÜCKE Im Nachhinein ist es ein wenig merkwürdig, dass man eigentlich nie so richtig erfährt, wie der Ich-Erzähler heißt. Zwar wird er zwei-, dreimal auch mit Namen angesprochen, aber das war auch nur ein Spitzname und ich habe ihn längst wieder vergessen.

Flug der Pelikane ist für mich eine Geschichte über den Glauben daran, dass man sein Leben gegen alle Widerstände und Wahrscheinlichkeiten verändern kann. Onkel Jimmy ist fest davon überzeugt, dass die drei Gefangenen von Alcatraz 1962 die Flucht gelang. Obwohl beinahe alle Indizien dagegen sprechen, obwohl es nicht wahrscheinlich ist.
Nun bindet Benjamin Lebert sicherlich ein paar Fakten mit ein, aber grundsätzlich ist auch alles um diese legendäre Flucht seiner Fantasie entsprungen. Er wechselt zwischen der Gegenwart, in der der Ich-Erzähler bei Jimmy in Amerika lebt, und der Vergangenheit, der Zeit um 1962. Es ist eigentlich mehr oder weniger ein Buch ohne Höhepunkte. Man muss sich treiben lassen. Wer Spannung, Action oder auch viel Handlung erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht werden.

Und obwohl es wenig Handlung gibt, sind alle Charaktere in diesem Buch (abgesehen eigentlich vom Ich-Erzähler selbst) so stark und individuell, dass man das Gefühl bekommt, als wäre man selbst in Amerika bei Jimmy. Es ist ein kurzes Austreten aus der eigenen Realität, das erlaubt zu träumen. Sprache und Erzählstrang sind so gut gemacht, dass ich mich nie gelangweilt habe.

FAZIT Es ist sicherlich kein Buch, dass man mit glänzenden Augen seinen Freunden empfehlen würde. Wer aber abseits der spannungsreichen und wilden Bücher, die es derzeit hauptsächlich zu lesen gibt, etwas ganz anderes, mehr literarisches und ruhiges sucht, der kann sich mal Flug der Pelikane ansehen. Ein intelligentes Buch, eine Verschnaufspause, die dennoch zum Nachdenken anregt. Aufgrund der fehlenden Handlung und der fehlenden Charaktertiefe des Ich-Erzählers ziehe ich aber zwei Punkte ab.

3Eulen_thumb-25255B1-25255D

Schreibe einen Kommentar