[Gelesen] Daniela Winterfeld–Der geheime Name

Dieses Buch habe ich auf einem Blog gewonnen. Zu meiner Schande weiß ich nicht mehr, auf welchem! Es ist Anlis Blog, besucht ihn mal!) Von diesem Buch hier spreche ich:

Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Seiten: 521
Preis: 12,99 Euro
Genre: Thriller

 

 

 

 

 

KLAPPENTEXT Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Mädchen…
INHALT Fina hat es satt. Seit sie denken kann, lebt sie zusammen mit ihrer Mutter quasi aus dem Koffer. Nun ist sie fertig mit der Schule und möchte endlich studieren und sesshaft werden. Doch ihre Mutter ist dagegen. Deswegen nimmt Fina Reißaus und flieht zu ihrer Oma. Diese wohnt am Rande eines Moores, das Fina schon bald anzulocken scheint –
Mora lebt bei seinem Herrn im Moor. Er ist unglücklich und einsam. Doch dann hat der Geheime einen Auftrag für ihn und schenkt ihm eine eigene Höhle. Dort trifft er auf Fina…
MEINE ERWARTUNGEN Der Klappentext deutet an, dass die Geschichte etwas mit dem Märchen von Rumpelstilzchen zu tun hat. Das dunkle Cover und die geheimnisvollen Andeutungen ließen mich eine etwas düstere Märchenadaptation vermuten als wie ich sie zum Beispiel bei Gabriella Engelmann gelesen hatte.
MEINE EINDRÜCKE Dieses Buch war mein Mittagspausenbuch. Ich habe es eigentlich ausschließlich auf der Arbeit gelesen. Eigentlich sehr schade, denn das war nicht wirklich die richtige Stimmung für diesen Roman.
Die Geschichte beginnt mit Fina. Sie erzählt, wie sie das wandernde Leben satt hat. Sie versteht ihre Mutter nicht, die ihr sagt, sie seien auf der Flucht vor Finas Vater. Fina ist trotzig, stark und sehr mutig. Sie sehnt sich nach Liebe, Geborgenheit und einem Zuhause. So beschließt sie sich trotz der lauernden Gefahr von ihrer Mutter zu trennen und zu flüchten. Ich mochte Fina sehr. Ihre Willensstärke und Sensibilität wirkten authentisch und fingen meine Empathie.
Und dann wechselt die Geschichte zu Mora. Er spricht von sich selbst nur als ‚Es‘ und so fragt man sich erst einmal, wer er ist. Obwohl Mora dies selbst nicht so genau zu wissen scheint, hat man bald Mitgefühl und Mitleid für sein erbärmliches und trostloses Leben. Er scheint in einer düsteren, märchenhaften Welt zu leben, denn sein Herr ist nicht menschlich. Aber was der Geheime genau ist, erfährt der Leser zunächst auch nicht. Beide Charaktere wachsen und reifen in der Geschichte. So sind sie am Ende wirklich andere als noch zu Beginn. Das war sehr schön mitzuerleben.
Die Spannung der Handlung steigt von Seite zu Seite. Aufgezogen von zwei Seiten, zwei sehr unterschiedlichen Figuren und Leben beginnt man zu ahnen und zu puzzeln, wie Mora und Fina zusammengehören, welche Geschichte uns die Autorin dabei erzählt. Dies macht sie so gefühlvoll, so eindringlich, dass eine unheimlich dichte Atmosphäre entsteht. Immer wenn ich weiterlesen konnte, war ich nach wenigen Sätzen so in die Geschichte vertieft, dass ich dachte, ich träume, ich sei in einer anderen Welt. Und ich wollte nicht mehr auftauchen. Denn die Autorin hatte immer wieder Überraschungen parat, so dass die Spannung stets auf einem hohen Level blieb und gerne mal darüber hinaus anstieg. Ich spürte richtig, wie ich mitfieberte, mitlitt und mich nach jeder Unterbrechung darauf freute, wieder mit Mora und Fina gegen den Geheimen zu kämpfen.
Auf einem Höhepunkt der Geschichte schaltet sich eine dritte Perspektive hinzu: die des Geheimen. Wir erleben seine Gefühlswelt, die verwirrend und abstoßend zugleich ist. Mal hat man fast Mitgefühl und im nächsten Moment fühlt man den Hass und die Angst, die Fina und Mora vor diesem Wesen haben.
Die Auflösung des Thrillers ist nicht überraschend, aber der Weg dorthin ist so fesselnd, spannend und zugleich stellenweise romantisch und sehr gefühlvoll, dass man wahrhaft durch ein Wechselbad der Gefühle schwimmt.
FAZIT Der geheime Name ist ein absolut berauschendes Buch. Es hat mich vollkommen mitgerissen, überrascht und begeistert. Ich war wirklich sehr traurig, als ich schließlich den letzten Satz las. Hinten auf dem Buch steht: „Spannend wie ein Thriller. Phantastisch wie ein Märchen.“ und ich kann dazu nur sagen: JA! Es ist eine durchweg gelungene Märchenadaptation: spannend, phantastisch, romantisch, gruselig, erotisch und absolut märchenhaft genial!

5Eulen

 

5 comments

  1. Josi :) says:

    Hui, das möchte – bzw. MUSS – ich auch noch lesen, und sei es nur für die Märchen-Challenge :)
    Tolle Rezension, der Roman ist auf meiner Prioritätenliste jetzt ein Stückchen nach oben gerutscht! ^^
    Alles Liebe <3

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