[Gelesen] Gabriella Engelmann – Apfelblütenzauber

Der Drömer-Knaur-Verlag hat mich gefragt, ob ich das Buch lesen möchte. Ein Buch von Gabriella Engelmann? Na klar! Nach dem Thriller von Mark Neustädter war es das perfekte Kontrastprogramm.

apfelbluetenzauber

 

 

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seiten: 400
Preis: 9,99 Euro
Genre: Belletristik, Frauenliteratur, Liebe, Familie

 

 

 

 

 

INHALT Leonie lebt nun seit sechs Jahren in Hamburg zusammen mit ihren beiden Freundinnen Nina und Stella in der alten Stadtvilla. Sie hat sich ihr Leben eingerichtet und fühlt sich wohl. Doch dann beginnen sich ihre Eltern im Alten Land merkwürdig zu benehmen und auch das Leben in der Stadtvilla scheint bedroht. Ob Leonie alles wieder ins rechte Lot bringen kann?

MEINE ERWARTUNGEN Ich habe aus diesem Genre bereits Inselzauber und Inselsommer gelesen. Beides leichte Romane mit Humor, Charme und einer nicht zu vorhersehbaren Geschichte. Das erhoffte ich mir von Apfelblütenzauber nun auch.

MEINE EINDRÜCKE Apfelblütenzauber setzt sechs Jahre nach Eine Villa zum Verlieben ein. Diesen Roman habe ich nicht gelesen und ein Glück ist es auch nicht zwingend notwendig, um mit den Charakteren im Buch zurechtzukommen. Das Wissenswerte bindet die Autorin in den Roman ein.

Es dreht sich alles um Leonie, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Eine Frau mittleren Alters, die nach einigen Turbulenzen nun ein gemütliches und glückliches Leben in Hamburg führt. Doch nach und nach scheint das zu bröckeln. Erst machen die Eltern im Alten Land Probleme, dann verliert sie ihren Job und auch das Leben in der Villa scheint bedroht. Also atmet Leonie einmal tief durch und versucht alles wieder zurechtzurücken.

Gabriella Engelmann schafft es immer wieder, aus einem scheinbaren simplen Plot mehr als nur eine unterhaltsame Geschichte zu machen. Klischees und vorherhsehbare Handlungen wirft sie einfach über Bord und schreibt ihre ganz eigene Version von einer Romanze. Das ist wohltuend und für jemanden wie mich, der solchen Romanen immer skeptisch gegenübersteht, eine willkommene Ablenkung. Tatsächlich konnte ich mich einfach in die Geschichte hineinfallen lassen, mit Leonie mitleiden, grübeln und ihr Leben neu gestalten.

Sicherlich kann man kritisieren, dass sich alles zu sehr in Wohlgefallen auflöst und die Schwierigkeiten eigentlich hausgemacht sind, aber das passiert alles ohne viel Drama, dass ich es als Leser gerne angenommen habe. Vielmehr schwelgte ich in dem schönen Flair aus Frankreich und Altem Land und fühlte mich fast ein wenig wie im Urlaub. Auf jeden Fall habe ich bem Lesen immer eine Auszeit von meinem Alltag genommen. Kritiker sagen, dass nichts passiert und die eigentliche Handlung – Leonies Neugestaltung ihres Lebens – in den Hintergrund gerät. Tatsächlich ist der Roman ziemlich unaufgeregt und plätschert eher vor sich hin. Es ist ein bisschen, als würde man selbst Teil der Geschichte und erlebt einfach mit, wie die eigene Freundin ihre Leben meistert. Und die ist auch keine Dramaqueen. Ein Glück. Diese überzeichneten Geschichten und Filme sind mir oft zu künstlich.

Sprachlich bleibt Engelmann ebenso sanft und feinfühlig ohne klischeehaft oder dramenhaft zu werden. Die 400 Seiten lasen sich schnell und ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Die Geschichte wirkte auch nicht in die Länge gezogen.

FAZIT Sicherlich darf man bei Apfelblütenzauber keinen Plot mit raffiniertem Wendungen und spannungsgeladenen Momenten erwarten. Aber wer zu so einem Buch greift, der will das auch gar nicht. Gabriella Engelmann ist für mich die bessere Nora Roberts: du weißt immer, was du bekommst, es ist dabei aber nie stereotyp, zu vorhersehbar oder langweilig. Es ist wunderbare Unterhaltung, Ablenkung vom Alltag und ein Herzenswärmer. Wer solche Lektüre mag, sollte sich das Buch näher ansehen. Es steht zurecht auf den Bestsellerlisten.

IN DREI WORTEN Ein Feelgood-Roman

5Eulen

Andere Rezensionen: My Books Paradise | Buch-Plaudereien | Tines Bücherwelt

 

One comment

  1. Zeilenleben says:

    Oh wie schön, ich liebe solche Wohlfühlbücher. Geschichten und Orte in die man einfach abtauchen kann. Interssant finde ich den Vergleich von Gabriella Engelmann zu Nora Roberts, da ich letztere in der Sparte „Wohlfühlbuch“ sehr gerne lese. Ich denke ich sollte bald mal eines ihrer Bücher lesen.
    LG Zeilenleben

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