[Gelesen] Gabriella Engelmann – Goldmarie auf Wolke 7

Eigentlich bestelle ich mir keine Bücher vor, die noch nicht erschienen sind. Aber bei diesem Buch war es anders. Ich wollte unbedingt zu den ersten gehören, die diesen Roman ihr Eigen nennen dürfen. Albern, ich weiß. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr jetzt.

 

S7300122
Verlag: Arena Verlag
Seiten: 271
Preis: 10 Euro
Genre: Jugendbuch, Liebe, Märchen

 

 

 

 

 

INHALT Seit dem Tod ihres Vaters hat es Marie nicht leicht. Ihre Stiefschwester Lykke ist mürrisch und schlecht gelaunt und ihre Stiefmutter oft sehr ungerecht und desinteressiert an Maries Leben. Doch Marie gibt nicht auf. Schon bald schwebt sie auf Wolke 7, als sie in einem Bettengeschäft zu jobben beginnt. Doch ist Dylan der Richtige für sie? Und was treibt ihre Chefin Nives wirklich im Hinterzimmer?

MEINE ERWARTUNGEN Meine Erwartungen waren diesmal sehr hoch. Goldmarie auf Wolke 7 sollte schließlich die Märchenreihe von Gabriella Engelmann abschließen. Daher hoffte ich auf Rückbezüge zu den anderen Märchen und einen tollen Lesegenuss mit viel Humor, Charme und Magie.


FAZIT Die Autorin hat eine beeindruckende Fantasie.

Ich hatte mir zur Vorbereitung das Originalmärchen „Frau Holle“ der Brüder Grimm noch einmal durchgelesen. Schließlich wollte ich hinterher beurteilen, ob mit der Goldmarie wirklich eine moderne Fassung vorliegt. Ich kann schon vorweg nehmen, dass dies der Autorin wirklich gut gelungen ist.
Die Handlung ist ähnlich wie in den anderen Büchern aus der Märchenreihe linear aufgebaut. Die einzelnen Kapitel stehen für den jeweiligen Tag, so dass ein recht kurz Handlungszeitraum von zwei Monaten vorliegt.
Die Geschichte selbst wird uns aus der Ich-Perspektive von Marie erzählt, einzig unterbrochen durch die Tagebucheinträge ihrer Stiefschwester Lykke und den magischen Kapiteln. So bekommt man sowohl einen tiefen Einblick in Maries Gefühlswelt, aber auch in Lykkes. Besonders die Tagebucheinträge erfreuen sich bei der Leserschaft großer Beliebtheit, wie eine Leserunde zu diesem Roman gezeigt hat. Gabriella Engelmann ist es so gelungen, Lykke nicht nur als die Pechmarie, die Böse und schlecht Gelaunte darzustellen. Auch ihre warmen Gefühle, ihre Wünsche und Ängste kommen so einem näher.

So sind wirklich alle Figuren wunderbar ausgestaltet und handeln in ihrem Rahmen sehr stimmig. Besonders gut gefallen hat mir Lykke, da diese mit ihrer guten und „bösen“ Seite sehr vielschichtig angelegt ist. Sie macht im Roman wohl die größte Entwicklung durch. Aber auch die Nebencharaktere wie Marie Freundinnen oder auch die Angestellten im Bettengeschäft sind herzerwärmend und humorvoll gezeichnet. Man merkt, wie viel Spaß die Autorin beim Schreiben hatte.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Roman, stärker noch als vielleicht in den anderen Märchenbüchern, ist die Magie. Frau Holle tritt hier von Anfang offen für den Leser in Aktion. Während mich das Magische in Küss den Wolf noch gestört hat, finde ich diesmal diese Ebene sehr gut in die Handlung eingebunden. Ohne zu viel zu verraten, kann ich jedoch sagen, dass diesmal die Magie auch in die Realität eingeflochten wird, so dass Marie reales Leben und Frau Holles Feenwelt nicht so von einander losgelöst erscheinen.
Eine starke Bindung schafft die Autorin auch zu ihren anderen Märchenbüchern, in dem sie deren Figuren zum Teil wieder auftreten lässt. Das bereitet natürlich besonders viel Spaß beim Lesen, wenn man die anderen Bücher kennt. So hatte ich bald das Gefühl, alte Bekannte wiederzusehen. Und wenn ich nun durch Hamburg, dem Handlungsort, streifen würde, so könnte ich all diesen Charakteren wirklich begegnen.

Abgesehen von ein, zwei Kritikpunkten, die ich aber ohne zu spoilern nicht näher benennen kann, hat mir Goldmarie auf Wolke 7 wirklich gut gefallen. Ich war am Ende positiv überrascht, wie Gabriella Engelmann Frau Holle entstaubt und verwandelt hat. Ihre Ideen haben mir richtig gut gefallen! Die Autorin empfiehlt ihre Märchenreihe in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung zu lesen. Dem bin ich nicht gefolgt, aber man sollte auf jeden Fall Hundert Jahre ungeküsst gelesen haben, um vor allem das Ende wirklich schätzen zu können.
Diesen Roman kann ich allen Märchenliebhabern und Träumern nur empfehlen!

4Eulen

Folgende Märchen aus dieser Reihe habe ich bereits rezensiert:
Küss den Wolf
Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid
Hundert Jahre ungeküsst

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