[Gelesen] Gabriella Engelmann – Hundert Jahre ungeküsst

Hallo zusammen!
Seid ihr auch so herrlich faul am Vatertag? Ich genieße es sehr, den ganzen Tag gemütlich im Bett zu mümmeln und zu lesen. Mein ebook Reader unterstützt mich dabei tatkräftig. Übrigens… es braucht noch einen Namen, habt ihr Vorschläge?
Nun aber zu dem Buch, das ich heute noch ganz oldschool zu Ende gelesen habe:


Verlag: Arena Verlag

Seiten: 280
Preis: 9,99 Euro
Genre: Jugendbuch, Erwachsen werden, Märchen













INHALT Rosalies Glück scheint perfekt. Gerade ist sie von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrauf angefangen und ist frisch verliebt. Das Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch, der besagt, dass ihr siebzehnter Geburtstag in einer Katatstrophe enden wird. Kein Grund zur Panik, denkt Rosalie, denn sie glaubt nich an Märchen – zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.

ERSTER LESEEINDRUCK Wie auch schon in Küss den Wolf gibt es vor dem Start der Geschichte ein ausführliches Personenregister. Da bin ich zum ersten Mal über die vielen Namen gestolpert: René Prinz (der Prinz), Rosalie Dorn (die Prinzessin),  Gerd Obermeister (der Küchenchef), Daniel Dorsch (der Küchenazubi)… ein bisschen plump vielleicht, nehmen sie schon einiges von der Charaktergestaltung vorweg. Die Geschichte beginnt mit der Feier zur Geburt von Rosalie..es erinnert alles stark an das Märchen Dornröschen…zu stark?

FAZIT Ich habe diesmal deutlich länger gebraucht, um in der Geschichte Fuß zu fassen, als dies noch bei Küss den Wolf der Fall war. Das hat mich natürlich spontan enttäuscht, war ich doch von der Rotkäppchen-Geschichte so begeistert. Aber Hundert Jahre ungeküsst ist auch vor Küss den Wolf geschrieben worden, und ich las anderenorts, dass man „stilistische Schwächen“ den ersten Werken anmerken würde. Im Personenregister ist dies auf jeden Fall so. Die Namen sind mir schlicht zu plump. Das störte mich vor allem bei der Familie Prinz, die zudem ja auch noch ein Schlosshotel besitzt und offenbar hochkarätigere Wurzeln hat. Das war mir zu einfach. Auch dass die Familie Rosalies mit Nachnamen Dorn heißt und ein Café namens Dornröschen betreibt, empfand ich als nicht besonders kreativ.
Aber ich gebe zu, ich habe das Buch schließlich ausgewählt, weil ich wissen wollte, wie man Dornröschen angemessen in die Moderne übersetzen könnte. Und hier hat die Autorin wirklich tolle Arbeit geleistet! Der Roman hangelt sich ziemlich dicht, laut meinen bruchstückhaften Kenntnissen, am Original entlang. Er entwickelt eine steile Spannungskurve: denn jeder kennt den Moment, in dem Dornröschen von der Spindel gestochen wird und in einen hundertjährigen Schlaf verfällt. Wie hat Gabriella Engelmann das lösen können?
Ich will nicht viel vorweg nehmen, nur soviel: Ich war positiv überrascht. Die märchenhaften und magischen Momente, die mir in Küss den Wolf nicht ganz so gut gefallen haben, wirkten in Hundert Jahre ungeküsst absolut stimmig und konsequent umgesetzt.
Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten las ich die Geschichte in einem Rutsch durch. Wie schon bei Küss den Wolf ist die Sprache auch hier frisch, leicht und absolut authentisch. Die Kapitel sind auch diesmal in Tage eingeteilt, wobei die Perspektive zwischen Rosalie und René wechselt. Rosalie: die selbstbewusste, sehr behütet aufgewachsene Fast-17jährige, die nun einen aufregenden neuen Lebensabschnitt beginnt und René: der verwöhnte, leicht arrogante Sohn eines reichen Hoteliers, der zum ersten Mal erfährt, was wahre Liebe ist. Besonders Renés Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Zugegeben, am Anfang konnte ich ihn nicht leiden, aber sein Staunen über seine Gefühle und sein Werben um Rosalie… da geht jedem Mädchen das romantische Herz auf!
Die Handlung ist natürlich stark auf den Prinzen und die Prinzessin konzentriert. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Nebenfiguren, wie die Eltern Rosalies, die besten Freunde oder Arbeitskollegen flach und überflüssig erscheinen. Sie sind gerade so ausgestaltet, dass sie die Geschichte vorantreiben und unterstützen, aber nicht so schwammig, dass sie beliebig werden. Vielleicht hätte man einige Verhaltensmuster, wie zum Beispiel die des Küchenchefs, noch ein bisschen mehr erklären können, allerdings hätte das den Roman auch überfrachten können. So bleiben die Nebenfiguren natürlich -mal wieder- im Vergleich zu Küss den Wolf viel stärker im Hintergrund. Ähnliches trifft auch auf die Handlungsräume zu: die Schauplätze sind geschickt und sehr überzeugend ausgewählt, so dass jeder, der Hamburg ein bisschen kennt, immer wieder lächeln und zustimmend nicken muss. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob eine so ängstliche Mutter ihre noch nicht 17jährige wirklich ausziehen lassen würde…

Wenngleich dieser Roman vielleicht mehr Schwächen hat als der andere, so ist er dennoch für Märchenfans und Jugendromanleser/innen absolut lesenswert! Es hat mich auch diesmal begeistert, zu lesen, wie kreativ die Autorin mit dem alten Stoff umgegangen ist und der -für mich- melancholische Schluss rundet die Geschichte rund um das moderne Dornröschen schön ab. Der Leser wird zum (Weiter-)Träumen eingeladen und das werde ich jetzt tun…. und den nächsten Roman bestellen ;o)

Habt ihr schon eines dieser Märchen gelesen? Oder würde euch das interessieren?

4 comments

  1. Mini says:

    Ich habe noch ‚Küss den Wolf‘ hier liegen und habe bereits die Version vom Schneewittchen gelesen, der Rest wird noch folgen ;o)

    Liebe Grüße
    Marleen

  2. Emma Bücherkeks says:

    Ich habe jetzt das erste Märchen-Werd der Autorin bestellt. Das „Schneewittchen“ müsste heute ankommen, ich werde es nächste Woche beginnen :)

    Freu mich schon zu erfahren, wie mir die Umsetzung gefällt!

    LG EMMA Bücherkeks :)

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