[Gelesen] Helen Brown – Kater mit Karma

Dieses Buch habe ich bei vorablesen entdeckt und zum Glück dann auch zugeschickt bekommen. Ich liebe Katzen und die Leseprobe sprach mich spontan an.
S7300141
Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
Seiten: 442
Preis: 19,90 Euro
Genre: Familie, Humor, Leben

 

 

 
KLAPPENTEXT Auf dem Höhepunkt ihrer familiären Krise legt sich Helen Brown wider besseres Wissen eine neue Katze zu, den Siamkater Jonah. Besitzt dieser Kater, dessen liebstes Hobby die Zerstörung des Haushalts zu sein scheint, ausreichend Karma, um für Frieden zu sorgen?

MEINE ERWARTUNGEN In der Leseprobe ging es gleich auf den ersten Seiten um den eigenwilligen, aber sehr liebenswerten Kater Jonah. Ich habe mich sofort an unsere Familienkatze Miesch erinnert gefühlt. So hoffte ich auf weitere Beschreibungen rund um den Kater, wie die Familie mit ihm lebt und wie er den Menschen hilft, die familiäre Krise zu überstehen.

MEINE EINDRÜCKE Ich habe mich ganz bewusst entschieden, euch den Klappentext abzutippen und nicht eine Inhaltsangabe zu schreiben. Denn das ist sehr schwierig. Zum Einen würde ich genau die interessantesten Dinge der Handlung vorwegnehmen und zum Anderen ist es schwierig, den roten Faden in dem Buch zu bestimmen.
Helen Brown erzählt in der Ich-Perspektive von ihrer Familie, wie sie sich Jahre nach dem schweren Verlust ihres Sohnes Sam wieder langsam an einen normalen Alltag gewöhnt. Es geht um ihren Mann, ihren zweiten Sohn und ihre beiden Töchter. Im Nachhinein stellt sich aber heraus, dass es eigentlich nur um den Kater Jonah und die Tochter Lydia geht. Beide wirbeln Helens Leben wild durcheinander und auch sie selbst muss neue Schicksalsschläge verarbeiten. Dabei reiht sie eine kleine Anekdote an die andere, aber die Handlung wirkt so nicht sehr stringent und plätschert vor sich hin.

„Aber sie [die Toten] waren auch alle so bei uns, legten sich um uns wie ein schimmerndes Band. Sie steckten in unserem Lachen, in unseren Macken, unseren Gesichtszügen. Sie würden immer ein Teil von uns sein. Wenn ich die Augen zusammenkniff, konnte ich beinahe eine kleine schwarze Katze sehen, die um Robs Knöchel strich. Ja, auch Cleo war bei uns.“ (S. 239)

Da die Figuren in dem Roman wohl ein Gegenstück in der Wirklichkeit haben müssen, ist es schwer über sie zu urteilen, da sie ja nur zum Teil konstruiert sind. Sie wirken aber alle sympathisch, authentisch und geben zusammen eine herzliche und etwas durchgeknallte Familie ab. Obwohl alle Helens leibliche Kinder sind, hatte ich öfters das Gefühl einer Patchwork-Familie zuzuschauen, da die Charaktere doch sehr unterschiedlich sind. Dazu kommt noch der eigenwillige Kater Jonah. Die Szenen, die seine Eigenarten schildern, fand ich mit am Schönsten. Denn jeder Katzenbesitzer wird hier bestätigen können, dass Katzen und Kater einen ganz eigenen Charakter mit eigenen Verhaltensweisen hat. Dieses Lebewesen ist kein Haustier, sondern ein Familienmitglied.

„Lydia reichte gerade einen Teller mit Keksen herum, als ein Schatten an ihr vorbeiflog und ihr den Teller aus den Händen riss. Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, es war Super-Jonah mit einem orangenfarbenen Band zwischen den Zähnen, das wie ein Banner hinter ihm herflatterte.“ (S. 314)

Diesen Aspekt hat Helen Brown wirklich gut eingefangen. Nur die Familiengeschichte zog sich leider sehr in die Länge. Es fehlt ein Spannungsbogen, so dass ich nur sehr schleppend vorankam. Es gibt zwar noch ein Vorgängerbuch namens Cleo, (hier geht es um die Katze, die bei der Trauerbewältigung um den verlorenen Sohn Sam dabei war) aber dieses Buch werde ich jetzt nicht mehr lesen.
Nur selten konnte mich Helens Schreibstil packen, nur selten konnte ich schmunzeln. Mal war der Schreibstil flüssig, mal bin ich über die Formulierungen gestolpert. Das mag vielleicht auch an der Übersetzung liegen, aber ich hatte eher das Gefühl den umherschweifenden Gedanken der Autorin zu folgen, als ein gut geschriebenes Buch zu lesen. Emotional hat mich das Buch leider kaum abgeholt.

FAZIT Für Katzenliebhaber und –besitzer könnten die kleinen Anekdoten rund um Jonah sehr schön sein. Ansonsten ist dieses Buch nur Helen Brown-Fans zu empfehlen. Allen anderen wird dieser Roman vermutlich zu wenig erzählen, zu wenig Spannung haben. Wer aber Familiengeschichten mag, schaut sich den Roman am besten mal an.
3Eulen

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