[Gelesen] Ildiko von Kürthy – Mondscheintarif

An Tagen wie diesen… ist es doch immer gut, einen Blog zu haben. Ich hab gerade ein bisschen den Blues und da tut es mir gut, wenn ich mich dem Blog widmen kann. Deswegen kommen heute auch zwei, drei Sachen schon online.
So. Nun aber zu Ildikó von Kürthys Mondscheintarif. Dieses Buch habe ich im Rahmen des Welttag des Buches bekommen. Da hat man auch gerne Bücher munter hin und her getauscht.
Das Buch ist eine Sonderausgabe. Es ist gefüllt mit schwarz-weiß Bildern aus dem Film, wie ich mal vermute. Eine nette Idee. Da der Roman ansonsten ja nicht wirklich viele Seite umfasst, ging das Lesen auch ganz schnell. Die perfekte Mittagspausenlektüre.

 

 

Verlag: Rowohlt Verlag
Seiten: 144
Preis: 8,99 Euro
Genre: Liebe, Humor

 

 

 

 

INHALT Cora ist verliebt. In Daniel. Aber leider meldet er sich nicht. Deswegen verbringt Cora ihren Samstagabend wartet und träumend vor dem Telefon. Sie erinnert sich daran, wie es überhaupt alles begann… mit dem Hummer und einem Tritt in Daniels Weichteile…

Der Fuß ist eine weitgehend unerschlossene weibliche Problemzone.

ERSTER LESEEINDRUCK Schnell breitet sich ein Schmunzeln auf meinen Lippen aus (haben sich meine Kollegen gefragt, was ich da nur lese?), Mondscheintarif scheint eine Frauenlektüre zu sein, die viele Klischees bedienen kann. Das verspricht amüsant zu werden: Cora ist Mitte 30, ein bisschen verkrampft, aber absolut liebenswert. Ich freue mich auf ihre Geschichte.

FAZIT Der erste Eindruck durchzieht die ganze Geschichte. Cora ist eine junge Frau, die in ihren Gedanken und selbstauferlegten Verhaltenszwängen sehr an Bridget Jones erinnert. Der Leser erfährt immer wieder, wie sich eine Frau bei einem ersten Date, beim Öffnen einer Haustür, beim Gang zum Briefkasten, beim ersten Kuss, beim ersten Sex scheinbar verhalten sollte. Dass sich daraus häufig unfreiwillig komische und manchmal auch sehr tragische Situationen ergeben, das ist klar.
Identifizieren konnte ich mich mit Cora eigentlich nie. Sie ist mir schlicht zu anstrengend und umständlich. In meinen Augen macht sie sich das Leben viel zu schwer. Aber in der Art, wie von Kürthy Coras Geschichte erzählt, konnte ich dennoch mit der Protagonistin mitfühlen. Der Schreibstil ist witzig, direkt, ehrlich und authentisch. Das überzeugt mich, dass es doch so einige Coras und Bridget Jones auf dieser Welt geben muss. Was ich sehr unterhaltsam finde.
Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Der Haupterzählstrang findet in der Gegenwart statt: hier wartet Cora an einem Samstagabend auf den Anruf von Daniel. So etwas wie Kapitel gibt es nicht. Stattdessen wird immer wieder die fortschreitende Zeit angezeigt. Denn ihr bester Freund Big Jim hat gesagt, wenn Daniel heute nicht anruft, kannst du ihn abschreiben. So zittert Cora der Mitternacht entgegen.
Der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit. So erzählt Cora an passenden Stellen, wie sie ihre Exfreunde kennengelernt hat. Auch die bisherigen Begegnungen mit Daniel werden rückblickend nacherzählt, damit der Leser nachvollziehen kann, warum Cora überhaupt auf Daniels Anruf warten muss.

Wie lange ist es her, dass ich einen Mann angerufen habe? In einer solchen Situation? Ich verstoße gegen sämtliche Ratgeberregeln. Cora Hübsch ist eine Revolutionärin! Cora Hübsch bricht alle Tabus! Cora Hübsch ist erwachsen geworden!

Die Geschichte ist kurzweilig, amüsant und aus der männlichen Perspektive bestimmt unglaublich feminin. Wie gesagt, ich konnte mich in Cora nicht wiederfinden, aber es hat Spaß gemacht, zu lesen, wie sie ihr Liebesleben mal mehr oder weniger gut meistert. Mit wenigen Worten könnte man sagen, eine deutsche Bridget Jones. Aber warum heißt der Roman Mondscheintarif? Das habe ich irgendwie nicht herausgefunden.

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