[Gelesen] Joanne Horniman–Über ein Mädchen

Der Carlsen Verlag hat mich angefragt, ob ich Interesse an einem Leseexemplar zu diesem Roman hätte. Die Kurzbeschreibung klang sehr interessant. Vor allem dann als ich feststellte, dass es sich nicht um eine ’normale‘ Liebesgeschichte handelt. Ich wurde neugierig…

 
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Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 224 Seiten
Preis: ca. 15 Euro
Genre: Growing-up, Liebesroman

 

 

 

 

INHALT Anna hat sich mit ihrem tristen Leben arrangiert. Bis sie Flynn kennenlernt – ein völlig unberechenbares, geheimnisvolles und sehr hübsches Mädchen. Hals über Kopf verliebt sich Anna in Flynn. Und damit begibt sich die junge Frau auf die verschlungenen Pfade der Liebe und lernt dabei vor allem sich selbst kennen.

MEINE ERWARTUNGEN Ich war vor allem neugierig. Ich habe bislang noch keinen Roman gelesen, in dem eine lesbische Liebe im Mittelpunkt steht. Und zugleich hoffte ich, dass es nicht zu klischeebeladen, stereotyp abläuft. Ich wünschte mir einen Roman mit leisen Tönen, eine spannende Geschichte und interessanten Charakteren.

MEINE EINDRÜCKE Ich sitze hier, der Cursor blinkt und ich suche nach einem Anfang. Denn so richtig hat diese Geschichte von Anna und Flynn keinen Anfang. Schon nach wenigen Seiten begegnen sich diese zwei völlig unterschiedlichen jungen Frauen. Und Anna ist dann sofort verliebt. Aber auch schüchtern. So entwickelt sich die Handlung eher langsam, ruhig und zugleich voller Gefühle.
Joanne Horniman hat ein ganz besonders gutes Gespür dafür, die feinen Nuancen der Liebe in Worte zu kleiden. Von der ersten zarten Verliebtheit über die pulsierende Leidenschaft bis hin zu der Vertrautheit im Alltag. Die Gedanken von Anna sind zu jeder Zeit nachvollziehbar, echt und berührend.
Denn aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt. Sie erzählt uns von ihrer Begegnung mit Flynn, von ihrer Unsicherheit und ihren Wünschen. Dann erklärt sie, wie sie zu dem Menschen geworden ist, der sie ist, als sie Flynn kennenlernt.
Und trotzdem musste ich lange darüber nachdenken, was Horniman mir erzählen wollte. Es geht um die erste große Liebe, um das Erwachsen werden dabei. Und es geht darum, seinen eigenen Weg im Leben zu finden. Trotz der nur rund 200 Seiten habe ich doch recht lange dafür gebraucht. Denn mir fehlte die Spannung, der Reiz an dieser Geschichte. Bis zur Mitte des Buches fand ich die Worte auch wirklich schön, doch dann fehlte mir das Ziel. Ebenso wie Anna fühlte ich mich ratlos, hilflos, wusste nicht, wo mit die Geschichte hinführt. Manchen Leser reizt dies und er kann sich gut hineinfinden. Mich hat es phasenweise gelangweilt.

FAZIT Joanne Horniman ist es gut gelungen, auf feinfühlige Weise das Gefühl der ersten großen Liebe einzufangen. Leider hatte die Handlung selbst für mich nur wenig Antrieb. Ein Buch für laue Sommernächte, zum Dösen und Träumen; aber auch ohne große Spannung.
3Eulen

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