[Gelesen] Josh Bazell – Schneller als der Tod

Neben Die Flüsse von London hatte ich mir von meinem letzten Büchergutschein auch diesen Roman gekauft:



Verlag: Fischer Verlage
Seiten: 304
Preis: 9,99 Euro
Genre: Thriller, Krimi, Action, Humor













KLAPPENTEXT Dr. Peter Brown ist Assistenzarzt im schrecklichsten Krankenhaus von Manhattan. Peter ist einer der wenigen fähigen Mediziner dort, und er findet fast immer einen Weg, seinen Patienten zu helfen. Pietro „Bärentatze“ ist ein Ex-Mafiakiller im Zeugenschutzprogramm. Er besaß das Talent, Menschen auf äußerst kreative Weise umzubringen. Das Problem: Peter und Pietro sind ein und derselbe, und jetzt fliegt seine geheime Identität auf. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Pietro muss seinen Feinden entkommen und versuchen, sich und nebenher seine Patienten vor dem Tod zu retten – doch der ist so leicht nicht auszutricksen.
Das sagt die Presse: „Viel besser als Koks. Macht schneller süchtig.“ (Die Welt)
„Josh Bazell haucht mit seinem aberwitzigen und packenden Roman dem Genre des Thrillers neues Leben ein.“ (FAZ)

INHALT Peter Brwna arbeitet als Arzt, bis ein Patient ihn als die ‚Bärentatze‘ wieder erkennt, denn Peter war auch mal als Auftragskiller der Mafia aktiv. Nun ist Peter auf der Flucht. Denn er muss erfahren, dass sein schlimmster Feind, den er für tot gehalten hatte, gar nicht tot ist, sondern die Jagd auf Peter eröffnet hat.

ERSTER LESEEINDRUCK Wie man auf dem Buchdeckel sehen kann, ist Josh Bazell sogar mit dem deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wprden. Dies und der Klappentext, der sehr lustig klang, ließen mich auf ein spannendes Buch hoffen. Die ersten Seiten waren auch tatsächlich sehr amüsant, der Sprachstil locker, leicht schnoddrig, unterhaltend. Auch die Fußnoten, in denen (medizinische) ‚Fachbegriffe‘ erklärt werden, waren eine gelungene Abwechslung zu den eher traditionelleren Krimis.

FAZIT Nachdem Peter als Mafiakiller enttarnt ist, wartet man als Leser darauf, dass eine wilder Hetzjagd beginnt oder irgendein andere Art von Spannung auftritt. Tatsächlich läuft die Handlung der Gegenwart allerdings nur wenige Stunden lang. Entsprechend zäh fließt das Geschehen dahin. Stattdessen gibt es viele Rückblenden, in denen Peter dem Leser aus seiner Kindheit erzählt und wie er zur Mafia kam. Auch einige seiner Aufträge werden ausführlich erzählt, die erklären sollen, wie Peter in seine jetzige Lebenslage gekommen ist. Aber genau diese Ausschweifungen sind sehr irritierend und langweilten mich schnell. Denn mir erschloss sich nicht, warum der Erzähler so weit ausholen muss und was dies mit der Gegenwart zu tun hat. Das wird erst auf den letzten 60 Seiten klar. Dann wird es auch richtig spannend.
Die Fußnoten habe ich im Übrigen bald angefangen zu ignorieren. Ich hatte irgendwann mal weiter nach hinten geblättert (ich war so ungeduldig, weil es so langatmig wurde) und las die ‚Warnung‘ des Autor. In dieser steht, dass sämtliche Informationen in den Fußnoten und auch sonstige fachlichen Angaben im Fließtext, nicht recherchiert und somit nicht der Wahrheit entsprechen. Wozu gibts dann die Fußnoten? Sie reißen aus dem Lesefluss und ich fand sie zu Beginn amüsant, da ich davon ausging, dass sie echte Informationen weitergeben. Das schien mir eine gelungene Mischung aus Fakten, Fiktion, Krimi und Mafia. Da wurde ich enttäuscht.
Insgesamt will ich sagen, dass die Idee sehr interessant ist und man vielleicht noch mehr daraus hätte machen können. Leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen und ich frage mich, wofür Josh Bazell den Deutschen Krimi Preis bekommen hat. Hoffentlich nicht für diesen Roman. Den Lobeshymnen auf dem Buchrücken kann ich jedenfalls nicht unbedingt zustimmen.

 

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