[Gelesen] Krystyna Kuhn – Das Tal 1.1-Das Spiel

Zugegeben, das Buch ist nicht das Aktuellste auf dem Markt. Ich hatte vor ein paar Monaten auf verschiedenen Blogs vor allem Positives darüber gelesen und setze es prompt auf meine Wunschliste.  Bei Tauschticket sah ich dann ein gutes Angebot zum ersten Teil dieser Reihe und schlug zu.

 

S7300139

 
Verlag: Arena Verlag
299 Seiten
ca. 10 Euro
Genre: Thriller, Jugendbuch

 

 

 

 

INHALT Robert und Julia sind die beiden Neuen auf dem Grace College. Weil sie eine Woche später als die übrigen Frischlinge anreisen, erregen sie mehr Aufmerksamkeit, als ihnen lieb ist. Das ändert sich leider auch nicht, als Robert auf der Einweihungsparty beobachtet, wie sich ein Mädchen von den Klippen in den eiskalten Lake Mirror stürzt. Denn niemand kennt dieses Mädchen. Niemand glaubt ihm. Doch Robert ist überzeugt: Das Tal ist böse. Schon bald muss auch Julia einsehen, dass sie ihre Vergangenheit nicht so einfach abschütteln kann.

MEINE ERWARTUNGEN Eigentlich hatte ich wenig Erwartungen, ich war vielmehr neugierig. Ich hatte noch nie zuvor einen Jugendthriller gelesen und war einfach gespannt, ob mich das fesseln kann.

MEINE EINDRÜCKE Der Einstieg in den Roman begann für mich mit gemischten Gefühlen. Zum einen zog sich die Handlung ein wenig in die Länge, dann diese vielen Andeutungen und zu guter Letzt der wenig positive erste Eindruck von der Hauptfigur Julia.
Krystyna Kuhn nimmt sich zu Beginn der Geschichte viel Zeit, die Ankunft von Robert und Julia am College zu beschreiben. Nein, eigentlich ist es nur die Fahrt zum College. Ich fühlte mich wie die Protagonistin, allein gelassen, orientierungslos und ungeduldig. In dem Moment war das sehr unangenehm für den Lesegenuss. Rückblickend zeigt es mir, wie gut die Autorin Gefühle vermitteln kann.

Zur Handlung kann ich gar nicht viel sagen, ohne dass ich euch die Überraschungsmomente vorwegnehmen würde. Insgesamt passiert eigentlich nicht so sehr viel. Stattdessen bekommt der Leser Zeit, sich wie die jungen Studenten auf dem Collegegelände zu orientieren und ein Gefühl für diesen mysteriösen Ort zu entwickeln. Dabei steigert die Autorin aber nach und nach die Spannung, so dass ich bald alles vernachlässigt habe, nur um weiterlesen zu können. Das Wenige an Handlung, das im ersten Teil der Reihe stattfindet, macht Lust auf mehr und lässt interessante Charaktere erkennen. Sie alle hätten großes Potential für einen eigenen Teil in der Serie.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Es gibt drei größere Abschnitte, die jeweils mit einem Kapitel aus der Sicht von Robert beginnen. Robert ist hochintelligent, sehr sensibel und spürt schon bei der Ankunft, dass das Tal viele Geheimnisse in sich trägt. Die anderen Kapitel werden alle aus Sicht von Julia erzählt. Ihr Charakter ist nicht leicht zu umreißen, denn sie schwankt zwischen ihrem alten Ich aus der Vergangenheit und der neuen Julia, die sie nun glaubt, sein zu müssen: Everybody’s Darling. Aber in ihr schlummern Angst, Verzweiflung, der Wunsch nach Geborgenheit und Sicherheit und eine große Wut. So wie sie ihren Mitstudenten nur wenig von ihrer Vergangenheit erzählt, erfährt der Leser auch nur nach und nach, was Robert und Julia an das Grace geführt hat. Auch dieser Aspekt steigert die Spannung in dem Roman.

Die beiden Geschwister sind schon bald Teil einer Clique von Frischlingen. Sie setzt sich aus ihren jeweiligen Mitbewohnern zusammen. Jeder von ihnen scheint ein eigenes Geheimnis, eine interessante Vergangenheit zu haben. So sind alle Charaktere sehr unterschiedlich und die Geschichte wirkt niemals langweilig.

Krystyna Kuhn schreibt ihre Geschichte in einer einfachen, schnörkellosen Sprache. Manchmal rutschen ihr Begriffe aus einem Jugendslang dazwischen. Anfangs hat mich dies noch gestört. Denn irgendwie ist die geschriebene Sprache für mich immer noch eine andere als die gesprochene. Da das Jugendliche aber nicht zu dominant wird, habe ich mich bald damit anfreunden können. Tatsächlich passt es eigentlich ganz gut, wenn man bedenkt, dass der Leser die Geschichte aus der Perspektive von gerade mal 17jährigen Studenten erlebt.

FAZIT Dieser Roman hat alles, was die Definition eines Thrillers vorgibt: Spannung, Krimielemente und der Blick in die Köpfe der Opfer (oder Täter). In einem Thriller liegt das Augenmerk der Handlung nicht auf der Lösung eines Falles wie beim Krimi, stattdessen gilt hier eher das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“. All dies lässt sich hier wiederfinden. Im ganzen Roman spürt man eine unterschwellige, kribbelnde Spannung, die sich erst ganz zum Schluss hin exponentiell steigert, um gleich danach wieder bedrohlich weiter zu kribbeln. Da nicht nur die Protagonisten facettenreich angelegt wurden, kann ich mir gut vorstellen, in den Fortsetzungen auch mal in die Köpfe der anderen Studenten aus der Clique zu gucken.
Nach ersten Startschwierigkeiten hat Das Tal – Das Spiel mich sehr gut unterhalten und machte Lust auf die nächsten Teile! Wer (Jugend-) Thriller mag, dem empfehle ich diese Reihe!

5Eulen

 

Die Reihenfolge der Serie:

 

  • Das Tal Season 1.1 Das Spiel
  • Das Tal Season 1.2 Die Katastrophe
  • Das Tal Season 1.3 Der Sturm
  • Das Tal Season 1.4 Die Prophezeiung
  • Das Tal Season 2.1 Der Fluch
  • Das Tal Season 2.2 Das Erbe
  • Das Tal Season 2.3 Die Jagd
  • Das Tal Season 2.4 Die Entscheidung

 

3 comments

  1. Emma Bücherkeks says:

    Eine sehr schöne Rezi und ich bin gespannt, wie dein Urteil zu den Folgebänden ausfällt, falls du alle lesen wirst :)
    Ich bin ja bekanntlich ein „Tal-Fan“ der ersten Stunde…oder so?! :D
    LG an dich!
    EMMA

  2. Ani says:

    Auch mir gefällt Deine Rezension gut!
    Ich liebe die Serie ja auch, und freue mich schon auf die Folgebände.
    Bin gespannt, wie Dir die nächsten Bände gefallen werden!

    Liebe Grüße
    Anett.

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