[Gelesen] Lauren Oliver – Delirium

Nach dem Post hier, in dem ich euch davon erzählte, welche Anzeichen es bei mir gibt, wenn mich ein Buch nicht mitreißt, komme ich endlich dazu, Delirium zu rezensieren.

delirium

 

Verlag: Carlsen Verlag
Seiten 416
Preis: 8,99 Euro (Taschenbuch)
Genre: Dystopie, Liebe, Jugendbuch

Reihe? Ja, Band 1 der Amor-Trilogie.

 

 

 

 

INHALT Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll. (Quelle)

MEINE ERWARTUNGEN Ich hab ein Faible für Dystopien. Und so war ich schon quasi naturgemäß neugierig auf diese Trilogie. Nachdem ich dann auch so viele positive Stimmen gehört hatte und mich die Thematik noch neugieriger gemacht hatte, habe ich mir kurzerhand den ersten Band gekauft.

MEINE EINDRÜCKE Ich stolperte als erstes über den Erzählstil: die Geschichte wird aus Sicht von Lena erzählt und das auch noch im Präsens. Das ist für mich einfach schwer koginitiv zu verarbeiten, gebe ich zu. Da tauchen immer wieder in meinem Kopf so Fragen auf wie: Wie kann man so etwas erleben und gleichzeitig diese Gefühle und Erlebnisse so erfassen und wiedergeben? Und oftmals war das Gefühl in mir stark, das der Tempus falsch war, weil das gar nicht in der Gegenwart möglich sein kann.

Der zweite Stolperstein lag bei Lena. Sie ist die Hauptfigur in der Geschichte, ihr widerfährt alles. Zu Beginn erweckte sie mir den Eindruck, dass sie mit den ihr gegeneben Lebensbedingungen zufrieden sei. Aufgrund ihrer Vergangenheit hat sie mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen, aber sie stellt das System nicht in Frage. Ganz im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Hana. Doch dann lernt sie Alex kennen und es wird merkwürdig. Denn plötzlich tut sie das Gegenteil von dem, was sie sagt oder schleicht sich nachts zur Ausgangssperre aus dem Haus, um Hana zu suchen, ohne das vorher einmal erwähnt zu haben.

Diese zwei Komponenten -Lena und der Schreibstil- hielten mich emotional von der Geschichte fern, sie war für mich weniger glaubwürdig. Denn im Grunde konnte ich mit Lena nicht mitfühlen und egal, wie mutig sie später wird, meine Empathie und mein Verständnis für sie blieben aus. Ich war beinahe gleichgültig. Und das ist schade.
Denn eigentlich hat Lauren Oliver da eine sehr interessante Idee gehabt. Aber es fehlte mir die Spannung und Zugkraft in der Geschichte. 416 Seiten waren bestimmt 200 zuviel.

FAZIT Eine schöne Idee, aber leider hat sie mit emotional nicht abgeholt. Das lag vor allem an dem für mich gewöhnungsbedürftigen Erzählstil und der Hauptfigur. Dennoch kann ich verstehen, dass viele die Trilgogie toll finden. Deshalb schaut sie euch ruhig an, wenn euch die Idee interessiert und ihr keine Probleme mit einem Ich-Erzähler im Präsens habt!

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One comment

  1. RoM says:

    Hoi, Melissa.
    Schreibtechnisch bleibt der Präsens die große Herausforderung, Weil lange Geschichten irgendwann in die Reflexion des Geschehens drängen. Speziell jetzt wenn es um die eigenen Gefühle der Figur geht.
    Ich denke der Präsens kann noch am besten in der Kurzgeschichte funktionieren.

    Das Gefühl der Liebe…
    Wurde & wird als irrelevant eingestuft, wenn es um Aspekte wie Zwangsverheiratung geht . Die Ehe als reine Funktion. Die Duldungsstarre für die Frau, oder gar das Mädchen.
    Wird dann immer mit altvorderen Sitten gerechtfertigt. Allerdings hat die Menscheit auch irgendwann erkannt, daß gekochte Nahrung besser als die roh verzehrte ist. Traditionen zu hinterfagen ist da durchaus sinnvoll.
    Was Dystopien auch immer wieder in den Mitelpunkt rücken ist, daß der Backclash stehts droht.

    bonté

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