[Gelesen] Lucinda Riley-Das Mädchen auf den Klippen

Dieses Buch habe ich von einer Arbeitskollegin ausgeliehen bekommen. Da ich schon von der Autorin Gutes gehört hatte, war ich wirklich neugierig.

 

Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Seiten: 442
Preis: ca. 10 Euro

Genre: Familie, Drama

 

 

 

INHALT Nach einer Fehlgeburt flüchtet Grania mit gebrochenem Herzen von New York zu ihren Eltern nach Irland. Dort begegnet sie eines Tages an der Steilküste von Dunworley Bay einem verwirrt aussehenden Mädchen, das barfuß am Rande der Klippen steht und seine Mutter sucht. Als Grania das Mädchen anspricht, flüchtet dieses nach Hause. Später treffen sich die beiden wieder und eine enge Beziehung entsteht. Grania ahnt nicht, dass sich damit eine tragische Familiengeschichte zu wiederholen scheint…
MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte keine sehr hohen Erwartungen. Ich dachte, es wird ein schönes Buch für zwischendurch, ein leichter Frauenroman. Ich hoffte lediglich, dass nicht zu viel Kitsch und Romantik auftaucht, denn darauf hatte ich derzeit keine Lust.
MEINE EINDRÜCKE Die Geschichte beginnt mit der oben beschriebenen ersten Begegnung zwischen Grania und Aurora. Alles wirkt ein wenig neblig, geheimnisvoll und gefährlich. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, als Grania ihrer Mutter von dieser Begegnung erzählt und Kathleen sehr zurückhaltend reagiert. Bei mir war die Neugierde geweckt und ich las voller Spannung weiter…
Die Handlung wird im Großen von Aurora erzählt. Dies erfährt man schon ganz zu Beginn des Romans. Ihre Abschnitte sind kursiv gedruckt, aber wenig informativ. Sie sollen wohl das Geheimnisvolle an der Geschichte verstärken.
Dann gibt es noch den Handlungsstrang in der Gegenwart, der sich um Grania und ihren Freund Matt dreht. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit und erzählt die Familiengeschichte nach.
Insgesamt ist die Geschichte richtig schön erzählt. Das Erzähltempo ist recht langsam, passt damit aber irgendwie gut in die dunkle Jahreszeit. Lediglich im zweiten Drittel gibt es zwei Stellen, die mir zu schnell und zu kitschig ablaufen. Aber darüber kann ich gut hinwegsehen, da alles andere recht stimmig abläuft. Insgesamt hat sich die Autorin mehr Mühe mit der Vergangenheit gemacht, die Gegenwart verläuft manchmal wie ein Stop-and-Go: vor allem zum Ende hin beschleunigt sich die Handlung spürbar, was ich sehr schade finde, da so am Schluss eine Frage um Aurora dann auch ungeklärt bleibt.
Die Charaktere sind alle nicht zu ausführlich skizziert, aber ausreichend um sich in die Geschichte einfühlen zu können. Rückblickend kann ich Grania am wenigsten nachfühlen und fand Matt am sympathischsten. Da es aber im Großen und Ganzen um die Verbindung zwischen zwei Familien geht, waren für mich die einzelnen Charaktere nicht so wichtig.
FAZIT Es ist ein Buch zum Genießen und Träumen. Lucinda Riley hat eine wirklich tolle Familiengeschichte geschaffen, sehr tragisch und berührend. Man merkt, dass Riley gut recherchiert hat, denn der historische Hintergrund wirkt durchweg glaubwürdig und authentisch. Lediglich die Motivation von Grania fand ich an einigen Stellen nicht klar und die Beschleunigung der Geschichte, die die Autorin zum Ende hin einlegt, fand ich sehr schade. Da hätte ruhig weiterhin mehr Ruhe sein dürfen.
Für Liebhaber von Familiengeschichten mit einer guten Portion Tragik ist dieser Roman ein absolutes Muss!

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