[Gelesen] Niccolò Ammaniti–Du und Ich

Dieses Buch habe ich durch eine Wanderschaft bekommen. Ich hatte mal Lust auf etwas anderes…
S7300031

 
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 150
Preis: ca. 15 Euro
Genre: Erwachsenwerden, Drama

 

 

 
INHALT Lorenzo ist ein Einzelgänger und versucht sich möglichst unauffällig durchs Leben zu mogeln. Da er aber gemerkt hat, dass seine Eltern sich Sorgen machen, weil er keine Freunde hat, behauptet er eines Tages, er sei zum Ski fahren eingeladen worden. Tatsächlich versteckt er sich für diese Zeit im Keller des Familienhauses. Alles scheint glatt zu gehen, bis Lorenzos Halbschwester Olivia auftaucht und seine schöne Ordnung durcheinander bringt…
MEINE ERWARTUNGEN Ich glaube, ich hatte keine riesig hohen Erwartungen. Ich konnte mir unter der Geschichte nicht wirklich viel vorstellen und wollte mich daher überraschen lassen…

MEINE EINDRÜCKE Die Geschichte wird mit einer Art biologischer Definition von Mimikry in der Natur eingeleitet. Das deutete für mich darauf hin, dass es zum einen besondere Charaktere geben muss und zum anderen dass die Mimikry (das Imitieren von Eigenschaften anderer Spezies um sich vor seinem Feind zu schützen) das Leitthema sein muss.
Im Hinblick auf die Charaktere hatte ich Recht. Schon auf den weiteren Seiten, in denen der Leser Lorenzo zum ersten Mal begegnet, stellt man schnell fest, dass Lorenzo ein ganz eigenartiger Junge ist. Er scheint kein normaler Junge zu sein, was ihn aber genau von den anderen unterscheidet, konnte ich nicht wirklich greifbar machen. Feststeht nur, er hält sich von Gleichaltrigen möglichst fern, kann mit ihrer Welt nicht viel anfangen. Zugleich ist er sehr sensibel, so dass er merkt, wie viele Sorgen sich seine Mutter macht, weil er keine Freunde hat. Daher erfindet er den Skiurlaub.
Dann taucht Olivia auf. Seine deutlich ältere Halbschwester kennt Lorenzo kaum und in seinen Augen verhält sie sich zunächst auch sehr seltsam. Doch schnell bemerkt Lorenzo, dass Olivia auf Drogenentzug ist und daher einen Unterschlupf bei ihm braucht. So nah war er sonst immer nur seiner Mutter…
Kommen wir zur Handlung. Diese lässt mich ein wenig ratlos zurück. Mit 150 Seiten ist die Geschichte natürlich nicht sehr lang. Ich würde sie daher auch eher als eine Novelle denn als Roman bezeichnen. Tatsächlich konzentriert sich die Handlung auf die Tage, die Lorenzo mit Olivia im Keller verbringt. Es geht um ihren Drogenentzug, um Lorenzos anhängliche Mutter und um Lorenzo, der sich zum ersten Mal nicht mehr vor der Welt verstecken kann, wenn er seiner Schwester helfen will. Es wird auf dem Klappentext angedeutet, dass dieses Erlebnis ein Schlüsselereignis für Lorenzos Erwachsenwerden sein soll. Nur finde ich, wird das gerade am Ende zu wenig herausgezeichnet. Die Handlung hätte vielleicht bewegen können, wenn ich einen besseren Zugang zu den Figuren gefunden hätte.
Insgesamt erinnert der Roman mich vor allem auch im Schreibstil und der Gestaltung der Charaktere an Die Einsamkeit der Primzahlen. Dies war auch ein italienischer Roman mit sehr besonderen Figuren und einer unfertigen Geschichte. Gleiches findet sich auch hier bei Du und Ich.

FAZIT Mich konnte der Roman nicht berühren. Stattdessen verwirrte er mich und ließ mich ratlos zurück. Für Freunde des italienischen Roman oder Schreibstils wäre diese Geschichte aber sicherlich einen Blick wert.
3Eulen

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