[Gelesen] Patricia Cornwell – Bastard

Wie ihr ja vielleicht schon wisst, ich rede ja öfters davon, schreibe ich meine Masterarbeit unter anderem über eine Krimireihe von Patricia Cornwell. Bei meinen Recherchen hatte ich entdeckt, dass es einen ganz aktuellen Roman aus dieser Reihe gibt. Nach einem kurzem Emailkontakt war der Hoffmann und Campe-Verlag so freundlich, mir diesen Roman gebunden und kosten- sowie bedingungslos zu zuschicken. Vielen Dank dafür!
Leider habe ich sehr lange gebraucht dieses Buch durchzulesen. Es hat zwar auch starke 507 Seiten, aber normalerweise brauche ich dafür nicht über zwei Monate. Aber der Reihe nach:

Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
Seiten: 507
Preis: 24,99 Euro
Genre: Krimi

Klappentext: Ein junger Mann bricht auf der Straße zusammen und stirbt scheinbar an einem Herzinfarkt. Im Gerichtsmedizinischen Institut von Dr. Kay Scarpetta stellt man rätselhafte Blutungen an der Leiche fest. Die einzig denkbare Erklärung: Der Mann hat bei der Einliferung noch gelebt und ist im Kühlraum jämmerlich erfroren – ein Skandal, der Kay Scarpettas Karriere für immer beenden könnte.

Inhalt: Nicht nur die Blutungen der Leiche stellen die Forensikerin Dr. Kay Scarpetta vor ein unlösbares Rätsel. Auch der Umstand, dass der Tote eine geladene Waffe mit abgefeilter Seriennummer bei sich trug und in unmittelbarer Nähe einer Prominentenhochzeit zusammenbrach, lässt den Fall in einem höchst geheimnisvollen Licht erscheinen. Nachdem sie lange im Nebel gestochert hat, entdeckt Scarpetta schließlich, dass das Opfer auf eine besonders perfide Weise zu Tode kam. Und dass es offenbar eine Verbindung zu dem Mord an dem sechsjährigen Mark Bishop gibt. Dem arglosen Kind wurden beim Spielen im elterlichen Garten fünf lange Stahlnägel in den Hinterkopf getrieben. Ein autistischer junger Mann hat diese Tat zwar längst gestanden. Nur glaubt Scarpetta nicht an die Schuld des vermeintlichen Mörders. Als es ihr gelingt, die Fäden dieser Verbrechen zusammenzuführen, sieht sie sich einem unerbittlichen Feind aus den eigenen Reihen gegenüber.

Erster Leseeindruck: Ich habe schon einige Romane aus der Reihe gelesen und erwartete also einen spannenden pathologischen Krimi. Der Klappentext und die ersten 30 Seiten versprachen dies auch schon. Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Dr. Kay Scarpetta geschildert, die uns gleich tief in ihre Gedanken und Gefühle hineinführt. Sie macht viele mysteriöse Andeutungen über ihre Vergangenheit und der Leser fragt sich, wie diese mit dem aktuellen Fall zusammenhängen mögen.

Fazit: Leider hört die Spannung nach diesen Andeutung auch schon auf. Der Roman verliert sich in langen Gedankenmonologen, Selbstzweifeln und zum Teil auch Selbstmitleid seitens Scarpetta. Zudem gibt es viele lange Dialoge, deren Teilnehmer häufig schlicht aneinander vorbeireden, da sie sich nicht zuhören. So ist es als Leser sehr schwer dem Gespräch zu folgen. Die Handlung selbst geht durch die vielen Dialoge nur schleppend vorwärts, wenn man nicht sogar ganz den Faden darüber verliert, wohin die Figuren auf dem Weg sind oder wer nun auf welchem Wissensstand ist. Die verschiedenen Mordfälle, die zum Teil nur angedeutet werden, schaffen zusätzliche Verwirrung, da ihre Zusammenhänge untereinander erst zum Ende hin aufgelöst werden. Das Ende des Romans wird aber wieder spannend. Hier kommt Scarpetta (endlich) an einen Tatort und beginnt zu ermitteln. Das war ich aus den anderen Scarpetta-Romanen anders gewohnt. Allerdings wie bei den übrigen, erfolgt die Auflösung sehr schnell. Innerhalb der letzten ca. 150 Seiten, werden alle Fragen beantwortet und die letzten Fäden gezogen.
Rückblickend hat der Roman eine sehr spannende Geschichte mit vielfach verflochtenen Handlungssträngen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese auch spannend aufgebaut werden und sich nicht in Ausschweifungen verliert.

One comment

  1. christerl says:

    Schade, dass das Buch nicht so spannend war, denn der Inhalt klingt eigentlich sehr vielversprechend! Ich lese gerade „Verdammnis“ von Stieg Larsson, das ist wie das erste Buch sehr packend :)

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