[Gelesen] Paulo Coelho–Die Schriften von Accra

Ich mag Paulo Coelho. Ich bin zwar nicht wirklich spirituell oder ähnliches veranlagt, aber ab und zu kann ich eine Dosis Lebensweisheiten gut gebrauchen. Nicht umsonst ist Veronika beschließt zu sterben eines meiner Lieblingsbücher seit vielen Jahren. Es gehört auch zu den wenigen Büchern, die ich schon mehr als zweimal gelesen habe…
Auf vorablesen wurde schließlich eine Leseprobe zu Coelhos neuem Roman angeboten. Ich schnupperte hinein, schrieb einen Leseeindruck und freute mich sehr, als ich ein Leseexemplar zugeschickt bekam!

 

Verlag: Diogenes Verlag
Seiten: 183
Preis: 17,90 Euro

Genre: Lebensbuch

 

 

 

 

 

 
KLAPPENTEXT […] Er ist vor langer Zeit auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum in die Welt hinausgegangen und zufällig in Jerusalem gelandet. In einer magischen Nacht, als ein feindliches Heer die Stadt bedroht und alles verloren scheint, antwortet der geheimnisvolle Fremde auf die großen Fragen der Menschen, die über die Jahrtausende immer wieder gestellt werden: Liebe, Sex, Mut, Siegen und Scheitern, Alleinsein können und friedliches Miteinander. […]

MEINE ERWARTUNGEN Paulo Coelho ist für mich der Mann der (versteckten) Botschaften über das Leben. Ich wünschte mir eine schöne Geschichte, die über das Leben erzählt und wie man es leben sollte.


MEINE EINDRÜCKE Zunächst einmal vorweg: Es ist kein Roman im eigentlichen Sinne. Denn eine richtige Handlung gibt es nicht. Das, was auf dem Klappentext steht, beschreibt die Ausgangssituation. Der Hauptteil des Buches wird von den Antworten des geheimnisvollen Fremden auf die Fragen der Menschen eingenommen.
So liest sich das Buch nicht wie eine Geschichte, sondern mehr wie ein kleiner Ratgeber. Ein recht spiritueller, religiöser Ratgeber. Denn Gott und die Schöpfung spielen hier immer wieder eine Rolle. Wenngleich es hier nicht speziell um einen bestimmten Gott geht. Schließlich befindet man sich in Jerusalem: der Stadt, in der Juden, Muslime und Christen zusammenleben.
Ich habe das Büchlein auf zwei Zugfahrten gelesen. Schon nach wenigen Seiten war ich total versunken in die Antworten des Fremden und wünschte mir, Post-its oder einen Bleistift dabei zu haben. Denn es wimmelt nur so von Lebensweisheiten. Immer wieder musste ich lächeln oder Gedanken versunken aus dem Fenster schauen.
Dem ein oder anderen mag dies zu plakativ sein, aber Paulo Coelho kleidet diese Sätze in so schöne Worte, die so sanft und leise daherkommen, dass man sich ihnen nur schwer verschließen kann.
Man kann dieses Buch auch einfach mal zwischendurch zur Hand nehmen. Nach einer Frage blättern und sich die Antwort dazu durchlesen. So passt es eigentlich zu jeder Lebenslage. Denn die Fragen, die gestellt werden, hat sich eigentlich jeder schon einmal gestellt.

FAZIT Ich habe dieses Buch schnell in mein Herz geschlossen. Auch wenn es kein Roman ist, wie ich es erwartet hatte, so ist es doch wiederum Coelho durch und durch. Sicherlich kein Buch für jedermann, aber „Ein Buch darüber, dass man jeden Augenblick so bewusst leben sollte, als wäre es der letzte, und dass man seine Träume nicht aufschieben soll.“

Mögt ihr Paulo Coelho?

3 comments

  1. Julia says:

    Ich mag Coelho normalerweise auch, aber bei diesem Buch hat mich schon die Leseprobe abgeschreckt. Vielleicht liegt es auch daran, dass er so viel schreibt, aber die Plattitüden sind mir sonst nicht derart aufgefallen wie hier…

  2. Nora says:

    Das hört sich ganz gut an. Ich mag Paulo Coelho, auch wenn es stimmt, dass die ganzen Weisheiten in seinen Büchern oft too much sind. Werde mal danach Ausschau halten. Danke für den Tipp!
    Liebe Grüße,
    Nora
    P.S.: „Veronika beschließt zu sterben“ gehört auch zu meinen Lieblingsbüchern.

  3. RoM says:

    Salut, Melissa.
    Coello deckt mit seinem Buch ein weites Feld ab. Mir kam dazu ein Zitat in den Sinn.

    „Die Weisheit mag den Geist füllen, bis ein Glas angefüllt ist. Mit dem Ende gehen wir in Splitter zu Bruch.
    Alles wie verronnen…
    Es sei denn jeder gibt lang erstrebte Einsicht weiter. Leere Gläser dafür finden sich.“
    (Myrelle Minotier)

    bonté

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