[Gelesen] Rachel Joyce–Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Wenn alle darüber reden und man überall darauf stößt, wie kann man da ein Buch nicht lesen wollen? Gut, heute bzw. seit ein paar Monaten kann ich solchen Drängen ziemlich gut widerstehen. Aber noch vor einem Jahr ging das irgendwie nicht. Daher war ich recht enttäuscht, als ich es scheinbar nicht schaffte, mit Harold zusammen auf Wanderschaft zu gehen. Bis mich Ina anschrieb. Himmel, hab ich mich gefreut!

 
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Verlag: Krüger Verlag
Seiten: 378
Preis: ca. 19 Euro
Themen: Freundschaft, Liebe, Sinn des Lebens

 

 

 

INHALT Als Harold Fry bekommt einen Brief von einer alten Freundin. In diesem nimmt sie Abschied, da sie bald ihrem Krebs erliegen will. Harold ist geschockt. Er hat seit Jahrzehnten nichts mehr von Queenie gehört. Er antwortet ihr sogleich und will den Brief zum Briefkasten bringen. Doch statt den Brief einzuwerfen, läuft er immer weiter. Zu Queenie.

MEINE ERWARTUNGEN Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, hatte ich doch so lange darauf gewartet es lesen zu dürfen! Zudem hielt ich auch noch eines in Händen, das tatsächlich in der ersten Stunde gewandert war. Dementsprechend hatten sich schon viele Leute darin verewigt. Ich freute mich auf eine berührende, spannende Geschichte.

MEINE EINDRÜCKE Die Reise begann wirklich sehr schön. Rachel Joyce hat eine recht bildliche Sprache, so dass es mir leicht fiel, mich in die Geschichte einzufinden.
Gleich zu Beginn erhält Harold einen Brief von Queenie. Der Leser und seine Frau erfahren kaum, was in diesem Brief steht, nur dass sie wohl bald sterben wird. Erschüttert antwortet er ihr und will ihr den Brief noch am gleichen Tag einwerfen. Damit beginnt die Reise zu Queenie und auch in die Vergangenheit. Denn der Leser erfährt nur bruchstückhaft, was Harold mit dieser Frau verbindet und warum zum Beispiel seine Ehe verkümmert ist.
Beide erzählen von dieser Pilgerreise abwechselnd aus ihrer Perspektive. Das lockert die Geschichte auf und gibt ihr mehr Tiefe. Während mir Harold von Beginn an sympathisch war und Maureen nicht, drehte sich das interessanterweise im Laufe des Buches um. Harolds sehr englisches Wesen reizte manchmal meine Geduld, während ich Maureens Stärke und Entwicklung wirklich gerne verfolgt habe.
Hinten im Buch ist eine Skizze, auf der eingezeichnet ist, welchen Weg Harold geht. Das empfand ich als sehr hilfreich, um mir die Dimensionen eines solchen Marsches besser vorstellen zu können. Doch ähnlich wie für Harold dieser Weg, war auch das Lesen ein wahres Auf und Ab. Mal war es lustig und spannend, mal zog sich die Handlung in die Länge, war fad und flach. Aber es wurde nie so langweilig, dass ich abgebrochen habe.
Ein Auf und Ab war auch die Sprache von Joyce. Mal hatte sie wirklich schöne Beschreibungen und tollen Wortwitz zu bieten, mal stolperte ich über Formulierungen, bei denen ich mich fragte, ob das an der Übersetzung liegt.

FAZIT Im Gegensatz zu den meisten meiner Vorleserinnen konnte mich die Geschichte von Harold Fry nicht berühren. Zwar hatte sie spannende Phasen, aber die wichtigen Stellen waren eher lau. Ein sehr durchwachsenes Buch in meinen Augen, das vermutlich vor allem dank seiner starken PR zur Veröffentlichung solch hervorragende Verkaufszahlen (und Rezensionen) hatte. Es ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll. Eben mal wieder leider nur mittelmäßig.
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