[Gelesen] Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe

Anders als die Anzeige rechts in der Sidebar vermuten lässt, habe ich den zweiten Teil der Panem-Trilogie schon ausgelesen. Es ging so schnell, dass ich mit dem Aktualisieren der Anzeige nicht mehr hinterherkam…
Worum es eigentlich bei dieser Trilogie geht, könnt ihr hier nachlesen.
Nun aber zu Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe!

Auch diesen Band habe ich auf meinem Reader verschlungen. Auf dem Bild könnt ihr den Bildschirmschoner sehen.
Zum Inhalt des zweiten Teils der Trilogie: Katniss und Peeta haben mit einer List die 74. Hungerspiele überlebt und zugleich den Zorn des Präsidenten Snows auf sich gezogen. In dem sich die beiden als Liebespaar in der Arena präsentierte, haben sie zwar die Herzen der Kapitol-Bevölkerung gewonnen, aber das Misstrauen des Präsidenten erregt. Dieser verlangt nun von Katniss, die ihre Liebe zu Peeta nur vorzuspielen scheint, dass die beiden auf der Tour der Sieger den Präsidenten von ihrer Liebe zu Peeta zu überzeugen. Gleichzeitig soll sie die Distrikte beruhigen und vor einer neuen Rebellion bewahren. Sonst würden ihr und ihren Liebsten Schreckliches drohen. Als dies missglückt, stehen auch schon die 75. Hungerspiele auf dem Plan. Zu Ehren dieses Jubel-Jubiläums verkündet Präsident Snow, dass dieses Jahr die Tribute aus den bisherigen Siegern ausgelost werden: Katniss muss also wieder in die Arena…

Erster Leseeindurck: Der zweite Band setzt genau dort an, wo der erste aufgehört hat. Katniss und Peeta leben mit ihren Angehörigen im Dorf der Sieger des 12. Distriktes. Nur schwer gewöhnt sich Katniss an das neue Leben, bis Präsident Snow erscheint.
Ich war gespannt, wie es nun wohl weitergehen würde und wie Katniss spürte ich schnell die brodelnde Bedrohung, die vom Kapitol ausgeht. Wie wird sich die Regierung an ihr für die List rächen?

Fazit: Anders als vielen anderen, hat mir dieser Band besser als der erste gefallen. Soviel vorweg.
In diesem Band ist die Handlung wesentlich ruhiger, als im ersten. Suzanne Collins beschäftigt sich nun stärker mit den Beziehungen zwischen Katniss, Gale, Peeta und auch zwischen Katniss und dem Kapitol. Die Schrecken, die von der Regierung ausgehen, werden deutlicher geschildert. Alles bekommt endlich mehr Tiefe… bis auf Katniss.
Sie ist immer noch sehr eingeschränkt in ihrem Horizont, alles soll sich um sie drehen. Gleichzeitig verabscheut sie es, im Mittelpunkt zu stehen und will die Rolle, die sie in dem großen Beziehungsgeflecht hat, nicht akzeptieren. So macht sie wieder viele leichtsinnige Fehler und begreift nur schwer, was dies für Auswirkungen auf ihre Familie hat. Erst wenn sie wieder in die Arena gehen muss, werden ihre Gefühle und Gedanken stimmiger und ihre Handlungen, wenngleich sie manchmal immer noch von einem Egoismus geprägt sind, habe eine nachvollziehbare Motivation. Jetzt fühlte ich mich als Verbündete der Hauptfigur, war genauso verständnislos, irritiert und verunsichert. Das steigerte die Spannung natürlich enorm und ich las das Buch schnell durch.
Der Schreibstil ist wie im ersten Band gewohnt flüßig, schnörkellos und direkt. Allerdings fehlten mir diesmal ja die Bilder aus einem Film, so dass ich mir die Arena erst bei der etwa dritten Beschreibung wirklich vor Augen hatte. Das war aber nicht besonders schlimm, da diese Orientierungslosigkeit sich weitestgehend mit den Gefühlen von Katniss deckten und ich so als Leser nicht unwissender war als sie.
Die Handlung ist ähnlich aufgebaut wie im ersten Band: erst ist Katniss in Distrikt 12, dann in einer Arena. Sie hat sich auch nicht wirklich weiterentwickelt, denn noch immer will sie die Andeutungen ihres Mentors Haymitch nicht verstehen und verschließt sich all seinen Plänen. So muss Haymitch ohne seinen Tribut seine Pläne verwirklichen, deren Tragweite erst am Ende des Buches verständlich werden.
Während Tödliche Spiele vielleicht noch ein schlichter Abenteuerroman mit etwas Thrill war, so nimmt die Trilogie im zweiten Band deutlich an Intrigen, Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit zu. Der Leser ahnt wage, dass hinter den Hungerspielen etwas viel Größeres lauert. Auch in Katniss‘ Unterbewußtsein muss etwas Ähnliches dämmern, denn ihre Gedanken kreisen immer wieder um die vielen Andeutungen, die ihre Mitmenschen machen und versucht krampfhaft sie zu verstehen. Doch noch kommt Katniss immer wieder zu dem gleichen Schluss: die Welt ist gegen sie und sie muss alleine versuchen, sich und ihre Liebsten zu retten.

Was mir im ersten Band fehlte, die Tiefe und die Hintergründe, fließen nun langsam in Gefährliche Liebe ein. Immer wieder stößt man auf Widersprüche, Unstimmigkeiten und wird wie Katniss total verunsichert. Wer ist ein Verbündeter, wer ist der Feind? Ihre Gefühle, Ängste und Wünsche wirken nun echter und damit überzeugender. Das erzeugt eine ganz eigene Spannung und der großartige, offene Schluss rundet den zweiten Band gelungen ab. Ich gebe den kritischen Stimmen recht, die das Tempo aus dem ersten Band vermissen. Aber Suzanne Collins gibt dem Leser nun endlich die Zeit, die losen Fäden aus Tödliche Spiele zusammenzuziehen und nun das Geflecht hinter den Hungerspielen zu erahnen. Sie lässt uns ahnen, dass es im dritten und letzten Band einen absolut großen Knall geben muss…. ich bin gespannt.

Was hat euch am zweiten Band gefallen und was nicht? Was erwartet ihr vom letzten Teil?

2 comments

  1. christerl says:

    Also mir persönlich hat der erste Teil besser gefallen, aber vor allem, weil ich es toll gefunden habe, wie uns dieses Amerika der Zukunft gezeigt wird.
    Außerdem fand ich Katniss im ersten Teil irgendwie stärker, also vom Mentalen her. Im zweiten Teil habe ich mir dauernd gedacht, dass sie sich nun schön langsam entscheiden könnte, wen sie wirklich liebt bzw. mit wem sie zusammen sein will – mit Gale oder Peter? Vor allem war ich davon enttäuscht, wie sehr sie Peters Gefühle verletzt hat – das war rücksichtslos.
    Ich bin schon gespannt, was du zum dritten Teil sagst! Nur so viel: Ich war vom Ende ziemlich enttäuscht..

    • Melissa says:

      Ich finde, sie ist auch im ersten Teil sehr rücksichtslos, was die Gefühle anderer betrifft, nicht nur die von Peeta. Und ihre Stärke war mir da zu trotzig, oberflächlich.
      Den dritten hab ich schon fertig. Wegen des Endes gebe ich dir recht!!!

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