[Gelesen] Voosen/Danielsson – Später Frost

Diesen Roman habe ich über vorablesen.de bekommen. Ich war schon sehr gespannt, denn es soll der Auftakt zu einer neuen Krimireihe werden.

S7300137

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 378
Preis: ca. 10 Euro
Genre: Krimi

Klappentext: Die smaländische Kommissarin Ingrid Nyström ist gerade befördert worden und ihre neue Mitarbeiterin Stina Forss hat sich nach ihrem Umzug aus Berlin kaum in der südschwedischen Provinz zurechtgefunden, da wird der greise Schmetterlingsforscher Balthasar Frost – grausam zu Tode gefoltert- in seinem Gewächshaus entdeckt. Die Suche nach dem Mörder führt sie in die höchsten Kreise der schwedischen Gesellschaft und tief hinein in die Geschichte des Landes. Sie müssen am eigenen Leib feststellen, dass nichts so ist, wie es scheint.

Meine Erwartungen: Ich habe meine Masterarbeit über Polizeikrimis geschrieben. Dementsprechend waren meine Erwartungen sehr hoch. Ich wünschte mir einen spannenden Fall mit authentischen, gut gezeichneten Charakteren.

Fazit: Netter Krimi in gewohnter Schweden-Manier.

Die Erzählte Zeit des Krimis umfasst nur rund eine Woche. Jeder Tag bekommt einen eigenen Abschnitt, der wiederum in mehrere Kapitel eingeteilt wird. Allerdings werden die Kapitel nicht fortlaufend durch den ganzen Roman durchnummeriert, sondern bei jedem neuen Abschnitt beginnt man wieder bei 1. Das hat mir manchmal die Übersicht erschwert.
Hat man schon einige Polizeikrimis gelesen, so findet man sich in diesem Krimi aber schnell zurecht. Wie gewohnt, beginnt der Roman zunächst damit, die Protagonistinnen vorzustellen. So fällt schnell auf, dass Nyström und Forss zwei sehr unterschiedliche Frauen sind. Vor allem Forss scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen. So war ich gespannt darauf, wie die beiden zusammenarbeiten würden.

Nachdem die Leiche entdeckt wird, beginnen die Ermittlungen. Auch dies ist zunächst nichts Ungewöhnliches für einen Polizeikrimi. Allerdings gehen die beiden Autoren Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson nun dazu über, die Handlung aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. So rücken die beiden Kommissarinnen schnell aus dem Fokus und geben den Blick auf die anderen Polizisten aus dem Ermittlungsteam frei. Grundsätzlich finde ich das sehr spannend, da jeder im Team eigene Fähigkeiten und Kniffe mitbringt, die die Ermittlungen vorantreiben könnten. Allerdings haben die Autoren es versäumt, die neuen Charaktere vorher ausreichend einzuführen, so dass ich mich doch mehrmals überrumpelt und überfordert gefühlt habe. Erst nach rund der Hälfte des Buches fand ich mich schließlich gut zurecht und fieberte mit.
So kann ich auch noch nicht viel zu den Charakteren sagen. Schließlich ist Später Frost der Auftakt zu einer Krimireihe. Daher werden die Geheimnisse um Stina Forss zum Teil nur angedeutet und auch ihre Beziehung zu ihrer neuen Chefin ist noch nicht ausgereift. Nyström dagegen wird als Chefin der Ermittlungen schon recht gut skizziert. Aber auch die anderen Teammitglieder wirken authentisch, interessant und sind alle sehr unterschiedlich. Das verspricht sehr spannende und unterhaltsame nächste Fälle.

Der Fall war kreativ und zu Beginn auch noch spannend. Vielleicht habe ich schon zu viele Krimis gelesen, vielleicht war auch der Einblick in die Gefühlswelt des Mörders zu früh in der Handlung angesetzt, jedenfalls hatte ich schon sehr früh einen Verdacht, wer der Mörder ist.
Nichtsdestotrotz hat mir der Roman recht gut gefallen. Mir gefiel besonders gut, dass es verschiedene Handlungsorte gab und das Ermittlungsteam wirklich unterhaltsam ist. Neu an diesem Polizeikrimi im Vergleich zu seinen großen Vorgängern wie Mankell, Adler Olsen oder Sjöwall/Wahlöö sind die zwei Polizistinnen, die wohl im Mittelpunkt des Teams stehen sollen. Zwar erfährt man bei diesen beiden am Meisten von den familiären Hintergründen, dennoch glitten sie durch die vielen Erzählperspektiven immer wieder in den Hintergrund. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Fällen anders wird, denn den Ansatz finde ich eigentlich gut und er hatte meine Neugier für diesen Krimi geweckt. So ist der Krimi für mich aber eher im Mittelfeld: gut, aber nicht herausragend.

3Eulen

Schreibe einen Kommentar