[Gesehen] Captain America

Ich liebe ja Marvel-Filme sehr. Jede Art von Helden-Fantasy-Film muss ich mir angucken, auch wenn zu Befürchten steht, dass der Film nicht so toll ist. Aber mich locken diese Filme immer. Wenn auch nicht immer ins Kino…
Am Wochenende habe ich mir nun endlich mal Captain America – The First Avenger (Regie: Joe Johnston) angesehen. Irgendwie ist der Film in den Kinos an mir vorbeigegangen. Erst eine Freundin musste mich darauf aufmerksam machen, dass es ihn gibt. Der Streifen kam Mitte August diesen Jahres in die deutschen Kinos, wurde aber eher kritisch aufgenommen. Warum, erklärt ein kleiner Ausflug zu den Hintergründen.

Captain America wurde in den 1940er Jahren als Comicfigur geschaffen, deren Comichefte zu Kriegszeiten als Propagande gegen Nationalsozialisten und Saboteure eingesetzt wurde. Im Laufe der Jahre kämpfte der amerikanische Held gegen die Erzfeinde des Landes und war ein Sinnbild des amerikanischen Geistes. Dass die Rezeption dieses Comichelden in Deutschland nicht ganz einfach ist, liegt wohl vor allem daran, dass den Deutschen tendentiell der amerikanische Patriotismus fremd ist. Selbst die kritischen Ankläge der Autoren der Comicserie reichen den Deutschen dann nicht mehr aus. Auch die Tatsache, dass Captain America in seiner Anfangszeit gegen Nationalsozialisten kämpfte, ist in Deutschland kein leichtes Thema. Deutschland wird nicht gerne mit dieser Vergangenheit konfrontiert, und so wurde alles Nationalsozialistische aus der Serie entfernt, als diese im deutschen Fernsehen lief.

Quelle: Wikipedia

Da die Macher der Marvel-Filme irgendwann beschlossen haben, dass alle ihre Helden in einem Film gemeinsam gegen das Böse kämpfen sollen, musste schließlich auch Captain America eingeführt werden. Worum geht es also in dem Hollywoodstreifen?

Inhalt: Es ist das Jahr 1942 als ein enger Vertrauter Adolf Hitlers, Johann Schmidt, selbst die Weltherrschaft an sich reißen will und hierzu mithilfe einer legendären Energiequelle eine Superwaffe entwickelt. Zeitgleich versucht der junge Steve Rogers in die US-Armee aufgenommen zu werden, aber aufgrund seiner schmächtigen Figur wird er immer wieder abgelehnt. Sein starker Wille erregt schlißelich die Aufmerksamkeit des Wissenschaftlers Erskine, der für die US-Regierung eine Superarmee schaffen soll. Steve wird angeheuert und soll das erste Versuchsobjekt sein. So werden mittels eines Superserums Steves körperliche Schwächen in Superkräfte umgewandelt. Bei diesem Experiment wird aber von einem Komplizen Schmidts der Wissenschaftler Erskine ermordert und die letzte Probe des Superserums geht kaputt. So bleibt Steve der einzige Supersoldat und muss nun als Maskottchen für Krieganliegen herhalten. Da Steve aber sehr patriotisch is tund aktiv für sein Land arbeiten will, führt er eigenmächtig einen Einsatz durch, wobei er Kriegsgefangene von Schmidt befreit. Als er auf diesen trifft, erfährt Steve, dass Schmidt auch ein Experiment von Eskerine war, aber durch eine Fehlfunktion entstellt wurde und als der berüchtigte Red Skull bekannt ist. Steve hat auch einige Planungen Schmidts in Erfahrung bringen können und so versucht er nun mithilfe einiger Kireggefangener diese Pläne zu vereiteln…

Erster Zuschauereindruck: Ich habe den Film mit meinem Freund im englischen Original angeschaut. So war es natürlich manchmal mühsam der Einleitung und Erklärung zu folgen. Trotzdem war mir die Einführung bald zu lang, und ich wartete ungeduldig auf den Höhepunkt. Die Bilder, Schauplätze und Spezialeffekts waren dagegen gewohnt eindrucksvoll und spannungsgeladen. Das hat mich immer wieder daran erinnert, warum ich diese Sorte Film so gerne mag. Wer diese Filme kennt, findet schnell in die Story, denn alle klassischen Figuren konnte man schnell erkennen, so dass ich keine Überraschungsmomente hatte. (Zum Beispiel war klar, dass die einzige Frau in dem Film mit Captain America anbändelt…)

Fazit: Obwohl der Film wirklich prunkvoll besetzt ist (Chris Evans als Captain America, Hugo Weaving als Red Skull, Tommy Lee Jones, Dominic Cooper etc.), schleppte sich der Film die erste Hälfte (immerhin eine Stunde!) nur so die Story entlang. Die Einführung der einzelnen Figuren mit ihren Beweggründen hätten man ruhig etwas straffer erzählen können. Der große Kampf in der zweiten Hälfte war dagegen sehr unterhaltsam. Tatsächlich tat ich mich schwer Captain America in seinem ulkigen Kostüm wirklich ernst zu nehmen, aber zum Schluss war ich doch mindestens von seinen Künsten mit dem Schutzschild begeistert. Auch die Maske des Red Skull war faszinierend eklig und Hugo Weaving gewohnt brillant böse. Die übrigen Figuren verblassten ein wenig stark zu Nebenrollen, da half die Starbesetzung auch nicht weiter. Mittelpunkt waren definitiv Captain America und Red Skull, wobei letzterer dem Titelhelden häufig die Show stahl. Chris Evans ist nunmal in meinen Augen kein großer Schauspieler, auch wenn er gut aussieht. Für mich ist es ein liebloser Actionfilm, der schnell abgedreht wurde, um die Marvel-Reihe vollständig zu machen: es fehlten der Witz aus Ironman, die Persönlichkeit aus Spiderman und das Monströse aus Hulk. Schade.

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