[Gesehen] Der Club der toten Dichter

Ich habe ja geplant, euch nach und nach mal so meine Lieblingsfilme und -bücher vorzustellen. Und da ich neben der Lektüre für meine Masterarbeit (die auch spannend ist, aber auf wissenschaftliche Weise) zu nicht viel anderem komme, gibt es hier einen weiteren Lieblingsfilm von mir: Der Club der toten Dichter. Ich finde, er passt gut in den nebligen Herbst, der grade vor meinem Fenster wabert.

Der Film ist schon uralt, von 1989. Aber er vereint viele Dinge, die ich gerne mag in einem Film. Aber der Reihe nach.
INHALT Der junge Todd Anderson kommt zu Beginn des Schuljahres 1959 an die erzkonservative und sehr traditionsbewußte Welton Academy. Geprägt vom strengen Elternhaus und eingeschüchtert vom erfolgreichen Bruder hat Todd keinerlei Selbstvertrauen und zieht sich von seinen Schulkameraden immer wieder zurück.
Auch der Englischlehrer John Keating ist neu an der Schule. Mit seinen ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden stößt er im Kollegium schnell auf. Zugleich schafft er es aber Todd und seinen Klassenkameraden die wirklich wichtigen Dinge fürs Leben mithilfe der guten alten Literatur zu vermitteln. Schließlich entdecken die Jungs Keating ine inem alten Schuljahrbuch und erfahren, dass der Englischlehrer Mitglied im Club der toten Dichter war. Auf Nachfrage erklärt dieser, dass der Club darin bestand, sich heimlich nachts zutreffen und Literatur zu lesen.
Während Keating die Kündigung droht, entdeckt der Schüler Neil seine Leidenschaft zum Theater, sehr zum Leidwesen seines Vaters… die Tragödien nehmen ihren Lauf.
MEINE EINDRÜCKE Der Film spielt in sehr leisen Tönen. Man gewinnt zwar schnell einen Eindruck von der strengen Academy, aber wo der Film den Zuschauer hinführen will, wird nur langsam klar. Man sollte sich hierzu immer bewusst machen, dass die Handlung in den späten 1950er Jahren spielt. Neben einer wirklich schönen Filmmusik, sind die Landschaftaufnahmen und die Szenen mit Keating besonders anrührend. Der Film ist für heutige Verhältnisse schon eher etwas langsamer erzählt, aber nicht einschläfernd. Insgesamt schaffen die Aufnahmen eine drückende, nachdenkliche Stimmung, so dass selbst die amüsanten Stellen einen leicht bittren Beigeschmack haben.
FAZIT Ich muss zugeben, ich muss immer an einer bestimmten Stelle des Films weinen. Und ich heule nicht oft beim Filmsehen. Deswegen gucke ich mir den Film auch nicht so oft an, weil er wirklich schwere Kost ist. Er handelt von Selbstfindung, dem Mut sich treu zu bleiben, Neues wagen und gegen den Strom zu schwimmen. Ein klassischer Jugendfilm eigentlich, aber zugleich ein sehr bewegendes Drama.
Aber mein Heulen macht den Film noch nicht zu einem meiner Lieblingsfilme. Als Literaturwissenschaftlerin liebe ich es einfach, wie in dem Film die Literatur vermittelt und lebendig gemacht wird. Altes, scheinbar Eingestaubtes wird wieder zeitgemäß und bewegt die jungen Schüler. Das zusammen mit so tollen Schauspielern wie Robin Williams, Ethan Hawke (spielt Todd) und Robert Sean Leonard (spielt Neil; besser bekannt aus Dr. House als Dr. James Wilson) macht den Film für mich zu etwas Besonderem. Auch die Filmmusik möchte ich noch einmal hervorheben. Denn ohne gute Musik wirkt ein Film nur halb so gut!! Zugegeben die moralischen Wegweiser sind wie mit einer Leuchttafel im Film untergebracht, aber manchmal klopft mein Teenieherz wieder und ich brauche eine Dosis Drama.
 5Eulen
Kennt ihr den Film?
Welcher Film bringt euch immer zum Weinen?

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