[Gesehen] Glücksformeln

Im Rahmen meines DVD-Abos lag letzte Woche der Film Glücksformeln in meinem Briefkasten. Ich war schon sehr gespannt darauf, denn ich hatte das Plakat lange in meinem Kino begutachtet, aber es nicht gewagt hinein zu gehen. Nun weiß ich auch, warum.

Quelle: http://www.filmposter-archiv.de/filmplakat.php?id=14581
Inhalt: Die Regisseurin Larissa Trüby hat für ihren Film verschiedene Personen zum Thema Glück befragt. Allen wurden Fragen gestellt wie: Gibt es den Schlüssel zum Glück? Kann man Glücklichsein erlernen? Und ändert sich die persönliche Definition von Glück im Laufe des Lebens? So unterschiedliche Menschen wie ein Glücksforscher, ein 11-jähriger Junge, eine 19-jährige Studentin, ein 34-jähriger Musiker und ein 90-jähriger Pensioner schildern Glücksmomente und ihre Erfahrungen.
Erster Zuschauereindruck: Der Film beginnt sehr vage. Kamerafahrten über eine unbekannte Stadt, eine Stimme aus dem Off, die einem etwas vom Glück erzählt. Dann immer wieder Interviewausschnitte mit dem Glücksforscher in Englisch, deutsch untertitelt. Nach und nach eröffnen sich verschiedene Kapitel in dem Film, zu denen bestimmte Personen sich dann äußern. Das Ganze wirkt aber gewollt persönlich und tiefsinnig.
Fazit: Anders als das Plakat mich hatte vermuten lassen, handelt es sich um einen Dokumentarfilm zum Thema Was ist Glück. Die repräsentativen Einblicke in das Leben der sehr unterschiedlichen Personen haben aber nichts mit dem Zuschauer zu tun, sind zu speziell, erreichen ihn nicht und bleiben damit belanglos und sind eben nicht repräsentativ. Wie so viele andere Reportagen auch, schifft auch diese um das Thema herum, kratzt verschiedene Subthemen an, ohne wirklich konkret zu werden. Was die Regisseurin erzählen will, wird dem Zuschauer nicht klar. Die Gesamtaussage des Films scheint dabei zu sein „Tu, was dir Spaß macht!“, was in meinen Augen eine wenig reflektierte Aussage ist.
Einzig interessant, war der Beitrag eines Mannes, der in einer Schule das Schulfach Glück eingeführt hat. Mit interaktiven Methoden zeigt er den Schülern, wie sie Ziele formulieren, diese erreichen können und was im Leben wichtig ist (Mitmenschen, Teamarbeit etc.). Bloß, als es konkret zu werden begann – man sah die Schüler eine Kooperativaufgabe lösen, der Lehrer sagte „Jetzt kommen sie an den Punkt, der so wichtig ist“ – und der Film springt zu einer anderen Person. Es wird vieles also angetippt, aber nicht ausformuliert. 
Sehr schade.
Ich mag diesen Film nicht wirklich empfehlen, da er sehr schnell ermüdend wird und die Erwartungen nicht erfüllt. Wer sich grundsätzlich mal mit dem Thema Glück befassen will, kann diesen Film aber sicherlich als Einführung oder Ausgangsbasis anschauen. Glücklich wird er dabei aber nicht.

Der Kinostart war im Aprill 2011. Der Film hat (nur) 90 Minuten Länge.

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