[Gesehen] Midnight in Paris

Eigentlich fällt es mir schwer, diesen Film in Worte zu fassen. Aber ich möchte ihn euch unbedingt ans Herz legen. Und irgendwie muss ich meine Empfehlung ja formulieren.
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Inhalt: Der Drehbuchautor Gil Pender (Owen Wilson) fährt mit seiner Verlobten nach Paris, um dort ein paar Tage Urlaub zu verbringen und zugleich einige Hochzeitsvorbereitungen zu erledigen. Paris ist für Gil die Stadt seiner Träume, am liebsten würde er dort leben. Doch seiner Verlobten gefällt diese Idee gar nicht. Besonders fasziniert ist Gil vom Paris der 20er Jahre.
Derzeit arbeitet Gil an seinem Debütroman. Doch er hat Zweifel an seinem Konzept und kann sich so nicht auf den Urlaub konzentrieren. Bei einem nächtlichen Spaziergang durch Paris macht er dann eine überraschende Begegnung…
Erwartungen an den Film: Ich habe eigentlich, wie so oft, bei diesem Film ins Kino gehen wollen. Allerdings ist er mir dann doch durch die Lappen gegangen. Ich habe in den letzten Jahren beinahe jeden Woody Allen-Film gesehen. Bei diesem hatte ich bewusst nicht genau nachgelesen, worum es geht. Ich wollte mich überraschen lassen. Ich hoffte auf gut gelaunte Schauspieler, Woody Allen-Humor, schöne Aufnahmen und eine leicht verdrehte Geschichte.
Fazit: Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Ich werde nicht viel von der Handlung berichten, da ich euch die kleinen Überraschungsmomente nicht wegnehmen möchte.
Es ist bekannt, dass jeder namhafte Schauspieler gerne einmal einen Film mit Woody Allen drehen möchte. Allerdings greift dieser doch immer wieder auf die gleichen zurück. Doch diesmal spielte Owen Wilson. die Hauptrolle und Allen trat nicht, wie sonst öfters, selbst in Erscheinung. Auf Wilsons Leistung war ich besonders gespannt, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ihm dies gut gelingt. Er hat mich jedoch vollkommen überzeugt: Gil ist unfreiwillig komisch, stets unruhig, verwirrt, ein bisschen verträumt und voller Wünsche und Hoffnungen. Seine Verlobte Inez (gespielt von Rachel McAdams) ist das genaue Gegenteil: wohlhabend, verwöhnt, distanziert und leicht zu beeindrucken. Aber sowohl die beiden Protagonisten als auch sämtliche Nebenfiguren sind vielschichtig, authentisch und überzeugend besetzt. Auch diesmal musste ich öfters schmunzeln, wenn eine neue Figur erscheint und damit ein neuer berühmter Schauspieler. Dieser Aha-Effekt ist typisch für die Allen-Filme und ich liebe ihn!
Die Atmosphäre des Filmes ist zu Beginn sehr französisch. Woody Allen zeigt Paris bei Tag, Nacht, Regen und Sonnenschein. So bekommt der Zuschauer schnell ein Gefühl davon, was Gil so sehr an Paris liebt. Es ist natürlich ein sehr klischeebeladenes Paris, aber man muss nicht frankophil sein, um zumindest für diese Filmlänge Paris zu lieben.
Es ist schwer in Worte zu fassen, was ich an diesem Film so sehr mag. Es ist zum einen das Feingefühl, mit dem Woody Allen Paris bei Nacht eingefangen hat; in Bildern und Musik. Zudem versteht es Woody Allen immer wieder ausnehmend gut, mit besonderen Geschichten die einfachsten Dinge der Welt zu erklären. er tut dies mit einer solchen Selbstverständlichkeit und wirklich einfachen Mitteln, die mich immer wieder verblüfft. In Midnight in Paris spielt er mit der Fantasie des Protagonisten und zugleich auch des Zuschauers; geht es um einen Drehbuchautor der mehr vom Leben und von seiner Arbeit will; er befindet sich auf der Suche, ist unsicher und träumerisch. Die Geschichte zeigt dem Zuschauer, dass man seinem Herzen folgen sollte. Irgendwie zeigt sie auch, dass vieles möglich ist. Zugleich ironisiert Woody Allen das klischeebeladene Bild von Paris, offenbart Stereotypen und spielt mit ihnen.
Durch Woody Allen gelangen viele Schauspieler zu ihren Höhepunkten. Owen Wilson ist sicherlich nur einer von ihnen. Sah ich ihn vorher als Komödianten, nicht ernsthaften Schauspieler, zeigte er nun all seine Facetten und all sein Können. Ich war wirklich beeindruckt.
Ich kann diesen Film jedem Woody Allen-Fan empfehlen. Auch Parisliebhaber und 20er Jahre-Begeisterte kommen hier auf ihre Kosten. Allen anderen möchte ich diesen Film aber auch ans Herz legen. Er ist nicht so eigen wie andere Woody Allen-Filme, ist aber unbedingt sehenswert. Er wärmt das Herz, macht nachdenklich, bringt zum Schmunzeln, lässt den Alltag vergessen. Alles, was ein guter Film können muss. Oder was meint ihr?
Für Fans von: Melinda und Melinda, Cassandras Traum, Scoop

4Eulen

One comment

  1. christerl says:

    Oh ja, ich liebe liebe liebe diesen Film. Er ist sogar einer meiner Lieblingsfilme! So schön und lustig und einfach nur genial. Und ich als Paris-Liebhaberin komme dabei voll auf meine Kosten :)

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