[Gesehen] Veronika beschließt zu sterben

Meine liebe Freundin Alex hat mich heute daran erinnert, dass ich etwas wirklich (wie ich finde) Interessantes zu Paulo Coelhos Veronika beschließt zu sterben vergessen habe zu erzählen. Denn das Buch wurde verfilmt!

 Quelle: www.filmempfehlung.com

 Eigentlich bin ich bei Literaturverfilmungen immer sehr skeptisch. Ich hab einfach schon zuviele schlechte Filme gesehen. (Die ganzen Twilight-Filme finde ich zum Beispiel furchtbar…) Aber ich habe mit der Zeit gelernt, beide Kunstwerke, Buch und Film, getrennt von einander zu betrachten. Vielleicht hilft mir da mein literaturwissenschaftlicher Background, aber ein Roman wird nunmal mit anderem Werkzeug geschaffen als ein Film und umgekehrt. Je nachdem, was man erreichen möchte, sollte man zu Entsprechendem gegriffen. Aber die Literaturverfilmung ist nunmal so alt wie der Film selbst, denn was liegt näher als ein “Drehbuch” zu verfilmen, dass schon in Papierform Erfolg hatte?
Das dachten sich vermutlich auch die Macher von
Veronika beschließt zu sterben. Und da das Original zu meinen Lieblingsromanen gehört, war ich neugierig, was aus der Vorlage gemacht worden ist. Regie führte Emily Young, die mit diesem Film ihren ersten internationalen Erfolg feierte, der Film kam 2009 in die Kinos. In der Hauptrolle ist Sarah Michelle Gellar zu sehen, was auf mich erstmal abschreckend wirkte. Ich mag diese Schauspielerin nicht so gerne, was vielleicht auch damit zusammen hängt, dass ich sie stark mit der Serie Buffy verbinde. Aber die Tatsache, dass der Chefarzt von David Thewlis (bekannt als Remus Lupin aus Harry Potter) gespielt wird, gab für mich den Auslöser, doch in den Film zu gehen.

MEINE EINDRÜCKE Der Film hält sich relativ eng an die Vorlage. Natürlich werden Kürzungen vorgenommen, aber die Botschaft des Romans kommt gut rüber. Aber es muss auch den Kritiken Recht gegeben werden, die bemängeln, dass der Film streckenweise langatmig wirkt. Hierbei gilt zu bedenken, dass die Handlung im Roman auch nicht besonders rasant ist, sondern vor allem von den Gedanken und “Träumen” der Protagonisten lebt. Dies ist natürlich schwer in einem Film zu übersetzen: Gedanken lassen sich nur schlecht visualisieren.

FAZIT Trotz eventueller Langatmigkeit an manchen Stellen (ich würde es als ruhige Kameraführung interpretieren) ist es durchaus eine gelungene Literaturverfilmung. Man merkt, dass die Macher den Roman Ernst genommen und in seiner Botschaft verstanden haben. Diese Ernsthaftigkeit ist auch den Schauspielern anzumerken. Sarah Michelle Gellar spielt überraschend überzeugend eine ums Leben kämpfende Veronika, die übrigen Rollen unterfüttern dies gelungen.

Empfehlung? Ich würde diesen Film nur jenen empfehlen, die das Buch schon gelesen haben und denen es gefallen hat. Dann ist der Film eine schöne Ergänzung. Aber auch Cineasten, die gerne mal Filme abseits des Mainstreams schauen, könnten hier fündig werden.

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