[Im Kino] Chroniken der Unterwelt–City of Bones

Ich hatte mir den Trailer vorher nicht angesehen. Aber das Buch gelesen. Meine Meinung findet ihr dazu hier. Und dann hatte ich am Wochenende ganz spontan Lust, den Film zu sehen.

MEINE ERWARTUNGEN Ich war in erster Linie gespannt, was man aus rund 500 Seiten Geschichte gekürzt, verändert und überhaupt erzählt hat. Inhaltlich ist es machbar gewesen, aber eine Herausforderung. Würde der Film verständlich sein, spannend und unterhaltsam?
MEINE EINDRÜCKE Ja. Da wären wir nun. Der Film ist zu Ende und ich bin etwas ratlos, wie ich ihn bewerten soll. 3 Eulen? 4 oder 3 1/2? Dass er keine 5 Eulen von mir bekommt, war mir schon während des Films klar. Vielleicht kann ich hier erklären, warum. Eigentlich lässt es sich in einem Satz zusammenfassen: Ich bin mir nicht sicher, ob man den Film vollkommen versteht, wenn man das Buch nicht gelesen hat.
Und das geht für mich einfach nicht. Keine Frage, die meisten, die im Kino saßen, werden das Buch gelesen haben. Und dennoch, Film und Buch müssen auch getrennt von einander funktionieren. Woran lag es?
Der Film kürzt und dichtet im Rahmen der Handlung natürlich ein wenig um. Das ist an sich nicht schlimm, treibt es doch die Handlung voran. Im Buch gibt es viel mehr Raum für Erklärungen. Und genau die haben an ein, zwei Stellen im Film gefehlt oder kam ein wenig holterdipolter. Ich kann und will hier nun nicht ins Detail gehen, weil sicher nicht alle das Buch gelesen haben. Aber ich habe mich doch ab und zu gefragt, ob das jetzt alle verstanden haben, die das Buch nicht kennen und auch, ob ich das Buch richtig gelesen habe! Die Vereinfachungen und Kürzungen, die ansonsten vorgenommen wurden, fand ich meist sinnig. Die Handlung war insgesamt spannend und actionreich.
Allerdings wurden besonders im letzten Drittel einige Fakten eingeschleust, die es im Buch nicht gibt. Ein Vorgriff aus dem zweiten Band? Und das Ende wurde doch etwas verschoben, so dass ich mich auch da wieder gefragt habe, ob da etwas angedeutet wurde, was man aus dem zweiten Band kennt… schade, das hat mir nicht gefallen.
Die Charaktere waren durchweg wirklich gut besetzt. Optisch haben sich die Macher da recht dicht an die Vorlage gehalten. Aber darf ich erwähnen, dass ich Jace nicht wirklich hübsch finde? Naja. Hier haben mich ansonsten nur die ein oder andere Synchronstimme gestört, wofür die Macher aber nichts können. Sie sahen alle gut aus und haben der Vorlage entsprechend gespielt. Einzig Simon war nicht so nervig, wie im Buch. Das wurde in dem Beziehungsgeflecht vereinfacht. Auch andere Verknüpfungen wurden vereinfacht oder schneller herbeigeführt, was aber nicht gestört hat.
Positiv aufgefallen ist mir hier einmal der Soundtrack. Nehme ich den sonst nur eher am Rande wahr, war er mir hier an einigen Stellen positiv sehr präsent: jugendlich, fetzig und frisch. Besonders eine Actionszene, die mit einer Rockmusik unterlegt war, war sehr erfrischend und hat mich schmunzeln lassen. Andersherum, wenn man sehr aufmerksam ist, fallen einem ein paar Unstimmigkeiten auf, die wohl aufgrund des Schneidens eines Filmes passieren. Amüsant, aber auch irgendwie blöd. Zudem kam für mich der Humor aus dem Buch im Film viel zu kurz und an den wenigen Stellen, an denen er auftauchte, wirkte er hilflos und ein bisschen merkwürdig.
FAZIT Ein guter Film, aber irgendwie nicht mitreißend genug. Besonders die eingangs erwähnte Kritik wiegt für mich sehr schwer. Für mich lief der Film nicht ganz rund, wenngleich er unterhaltsam war. Er hat mir wieder Lust auf die Serie gemacht. Auch wenn ich wohl das Ende noch einmal lesen muss, da dieses im Film doch verändert wurde. Für einen vergnügten Kinoabend ist der Film dennoch keine schlechte Wahl…
3Eulen_thumb

…und eine halbe Eule!

One comment

  1. Sabine Büchersüchtig says:

    Danke für deine ehrliche Meinung zu „City of Bones“, liebe Melissa.
    Für mich bleiben die Romanverfilmungen (fast) immer hinter dem Buch zurück. Ich werde mir diesen Film irgendwann mal ansehen, wenn er auf DVD rauskommt.

    LG
    Sabine

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