[Im Kino] Die Tribute von Panem

Ich hatte meiner Mutter versprochen, dass ich über Ostern mal mit ihr ins Kino gehe. Sie durfte sich den Film aussuchen. Das kam dabei heraus:

Ich möchte vorweg anmerken, dass ich die Bücher nicht gelesen habe und es auch nicht vor habe. Dazu aber vielleicht später mehr. Ich wußte nur, dass viele den Film gut finden und ging demnach recht unvoreingenommen ins Kino.

Inhalt: Panem besteht aus 12 Distrikten, die vom Capitol regiert werden. Nach einem Bürgerkrieg war das 13. Distrikt ausgelöscht worden. Zur Ermahnung und zum Gedenken an diesen Aufstand veranstaltet das Capitol nun alljährlich die so genannten Hungerspiele. Dazu werden aus jedem Distrikt 2 Tribute ausgewählt, die in einer besonderen Arena so lange gegeneinander kämpfen müssen, bis nur noch einer übrigbleibt. Die Tribute sind Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren. Es wird immer ein Mädchen und ein Junge aus jedem Distrikt gezogen.
Als ihre Schwester gezogen wird, meldet sich Katniss als Freiwillige für das 12. Distrikt. Mit ihr wird noch Peeta ausgesandt. In den vier Tagen Vorbereitung zum Kampf wird Katniss schnell die heimliche Favoritin. Doch dann werden die Hungerspiele eröffnet und der Krieg beginnt…
Erster Eindruck: Ich wußte ja schon im Groben, worum es in dem Film gehen sollte. Dennoch überraschten mich die ersten Bilder mit ihrer doch recht bedrückenden Stimmung. Ich hatte eine buntere, kindgerechtere Verfilmung erwartet, wohl weil es ursprünglich ein Jugendroman war. So stand ich aber sofort mitten im Geschehen, erfasste das Leid der Menschen aus den äußeren Randgebieten, empfand die Gesetze als ungerecht. Umso gespannter war ich darauf, wie Katniss sich in den Hugnerspielen durchsetzen würde.

Fazit: Meine Mutter und ich haben nach dem Kino noch eifrig diskutiert. Unser Ergebnis war: erschütternd und spannend. Um meine Mutter zu zitieren: „Wir sind zu analytisch.“
Mich haben am Film vor allem die Kostüme begeistert. Die waren wirklich futuristisch und unglaublich künstlerisch. Das war wirklich toll anzusehen. Auch das Setting war wirklich gut gelungen und sehr glaubhaft. So kann man sich durchaus die Zukunft vorstellen: die Arena ist zum Beispiel ein großer Wald, der unfassbar real erscheint, bis nachts der Himmel von feinen silbernen Linien durchzogen wird, auf denen die Tribute digitale Informationen aus dem Capitol übermittelt bekommen wie auf einem Computerbildschirm. Es ist eine ausgewogene Mischung aus futuristischer Technik und zeitgenössischen Materialien. Das machte es für mich glaubhafter und vorstellbarer, dass so wirklich einmal unsere Zukunft aussehen könnte.
Zur Handlung brauche ich vermutlich nicht viel zu sagen. Und wer die Geschichte nicht im Detail kennt, dem würde ich hier zu viel vorwegnehmen. Ich möchte nur sagen, dass die Story im richtigen Tempo erzählt wurde. Jene Zuschauer, die noch nicht wußten worum es geht, haben genug Hintergrundinformationen bekommen und jene, die die Bücher gelesen haben, wurden nicht gelangweilt durch zu viel Ausführlichkeit.
Die Charaktere waren allerdings alle durchweg wirklich gut besetzt. Einzig Peeta und sein Konkurrent aus dem 2. Distrikt sahen sich zum Verwechseln ähnlich. Daran gewöhnt man sich aber schnell, da die beiden Figuren sehr unterschiedlich agieren. Peeta hatte ich nach anfänglichem Zögern aber in mein Herz geschlossen. Man muss ihn einfach mögen, mit seiner Angst, Liebe und Herzensgüte. Dabei ist er tapfer, wagemutig und schlau. Katniss, gespielt von Jennifer Lawrence, ist besonders beeindruckend: Schön, stark und intelligent. Dank ihr freue ich mich auf die Fortsetzungen. Ich kannte die Schauspielerin vorher noch nicht, aber ihre Leistung war wirklich bewegend und sehr überzeugend.
Der Film ist eine gelungene Mischung aus Aktion, Liebe und Grausamkeiten. Im Letzteren lag auch mein Problem und erklärt die Aussage meiner Mutter. Mir ist in dem Film immer mal wieder schlecht geworden, ob der Grausamkeiten, die das Capitol kaltblütig und gleichgültig verhängt. Ich empfinde die Szenerie als unglaublich echt und gar nicht so futuristisch bzw. unrealitisch, wie es manchen vielleicht vorkommt. Ich halte das streckenweise für eine durchaus mögliche Zukunft, die mir da vor Augen geführt wurde. Dabei ist die Tatsache, dass nur Kinder kämpfen, noch das geringste Übel. So fiel es mir manchmal vielleicht schwer, genügend Abstand zum Leinwandgeflimmer zu halten.
Wer darüber hinweg sehen kann und gerne eine actionreiche Dystopie mit einer Prise Herz erleben möchte, dem sei der Film ans Herz gelegt. Es wirklich ein guter Kinofilm, den man sich auch im Kino anschauen sollte, den dort wirken die bunten Bilder am besten.

5Eulen

Für Fans von: mir fallen hier spontan keine Vergleiche ein. Vielleicht habt ihr ja Filme, die in eine ähnliche Richtung gehen. Schreibt sie mir!

3 comments

  1. Happy Berry says:

    Ähnliche Filme (aber sicher um einiges brutaler): Battle Royal. Und das einfach mal, weil die Tribute von Panem davon abgekupfert wurden ^^;

    Ui cool dass du alle Lacke bekommen hast. Hast du schonmal probiert? Hab gesehen, dass der Banana Joe nicht so gut sein soll, aber gut die Deckkraft ist leider wirklich nicht soooo toll wie ichs mir gewünscht hätte, betrifft aber alle 5 Lacke.
    Liebe Grüße

  2. RoM says:

    Bonsoir Melissa.
    Wenn Dich Miss Lawrence so beeindrucken konnte, hier also meine Empfehlung für ‚Winter’s Bone‘. Ein beeindruckendes Drama aus dem Hinterland der USA.

    bonté

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