[Im Kino] Fast verheiratet

Gestern war Kinotag, also musste ich hin. Eigentlich plante ich in The amazing Spiderman zu gehen, kurzfristig hatte ich mich dann aber doch dagegen entschieden. Denn die Hauptdarsteller mag ich nicht so sehr, er hat Überlänge, kam zur falschen Zeit und ich fürchtete, mir meine alten Spidermanfilme kaputt zu machen. Daher entschied ich mich dann spontan für folgenden Film, den ich auch noch sehen wollte:
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Inhalt: Tom und Violet haben sich an Silvester kennengelernt. Sie scheinen perfekt für einander und wollen daher heiraten. Doch dann bekommt Violet den Traumjob angeboten und die Hochzeit wird verschoben. Die Stelle ist auf maximal zwei Jahre befristet, dann soll es aus Michigan zurück nach San Francisco gehen. Doch das Schicksal hat andere Pläne…
Meine Erwartungen: Da ich mich ja spontan zu diesem Film entschlossen hatte, erhoffte ich mir lediglich eine gute Unterhaltung. Der Trailer, den ich zuvor gesehen hatte, versprach guten Humor und tolle Schauspieler.
Fazit: Der Film ist nicht nur lustig und stellenweise zu lang, sondern auch durchaus nachdenklich.
Tom und Violet sind sehr verliebt ineinander. Beide sind aber auch sehr erfolgreich in ihrem Beruf und haben große Pläne diesbezüglich. Als Violet dann ihren Traumjob angeboten bekommt, ist es für Tom jedoch ganz selbstverständlich zurückzustecken und mit Violet nach Michigan zu gehen. Schließlich kann er als Koch doch überall arbeiten. Kurz vor seinem Umzug erfährt er jedoch, dass er befördert hätte werden sollen. So bekommt der Umzug schon einen schalen Beigeschmack.
Diese Ausgangssituation ist simpel, aber sehr realistisch. Bestimmt kennen viele Paare die Situation, dass man sich für das Glück des einen oder anderen entscheiden muss; immer in der Hoffnung, dass der andere später selbst zum Zuge kommt. So sind auch die Folgen im Film stets nachvollziehbar und realistisch.
Jason Segel ist nicht nur einer der Hauptdarsteller, sondern schrieb auch beim Drehbuch mit und war ausführender Produzent. Bei anderen Schauspielern (Til Schweiger zum Beispiel) geht das manchmal schief, hier fand ich dies durchweg gelungen. So hat der Film stets einen mal mehr oder weniger subtilen Humor und Figuren und Setting wirken sehr natürlich. Emily Blunt ist als Toms Verlobte war auch wirklich toll!
Auch die Nebendarsteller haben mich immer wieder zum Lachen gebracht: sowohl Violets Schwester und ihr Mann als auch die Psychologie-Kollegen in Michigan sind bis ins detailliert gut geschrieben, lustvoll inszeniert und manchmal einfach nur schreiend komisch. So macht selbst die Nebenhandlung sehr viel Spaß. Es wird immer wieder ein Lacher aufbereitet und das Ende hat mich zu Tränen gerührt.

Ich bin mir sicher, wir finden nicht für alle Probleme eine Lösung, bevor wir heiraten. Aber ich verspreche dir, auf den Weg dorthin werde ich dich immer lieben!

Kleiner Kritikpunkt ist allerdings die Länge. Der Film geht 124 Minuten und hat neben den kleinen Höhepunkten, leider auch eine mittlere Durststrecke. Das ist in der Handlung in etwa der Punkt, an dem sich das Paar festgefahren hat, es keinen Fortschritt gibt. Der moderne Zuschauer begreift aber schnell und hat eigentlich schon beim ersten Beispiel verstanden, was passiert (oder eben auch nicht). Ganz Hollywood untypisch nimmt sich der Film hier jedoch die Zeit, auch die Tiefpunkte der Beziehung ausführlich zu beleuchten. Ich habe das trotz allem eher positiv aufgefasst, denn so rutscht der Film nicht in albernen Slapstick oder in eine kurzweilige Belanglosigkeit ab.
Auch für die Herren der Schöpfung könnte dieser Film lustig sein, denn neben den romantischen Einlagen ist der Humor auch manchmal knapp unter der Gürtellinie. Mit einem Bier oder Prosecco in der Hand bekommt so jeder seine Lachmomente.
Alles in allem fand ich den Film wirklich super! Schaut ihn euch unbedingt an! Das wäre ein Kandidat für meine DVD-Sammlung.
Für Fans von: Selbst ist die Braut, Notting Hill, Sweet Home Alabama

4Eulen

6 comments

  1. Katie says:

    Schöne Rezension, auch wenn ich den Film eher nicht im Kino gucken würde. Zwar mag ich Emily Blunt und Jason Segel sehr gerne, aber ich glaub für mich ist das eher ein DVD-Kandidat.

    Ich fand „The Amazing Spiderman“ übrigens klasse, also ich würde dir empfehlen doch noch reinzugehen. Auch mein Freund als bekennender Fan der „alten“ Spiderman-Filme war begeistert.

  2. Steffi Bauer says:

    Huhu, bin über die Bloggerfreunde auf deinen Blog aufmerksam geworden und finde ihn echt toll, da ich auch sehr viele DVD´s habe und gern ins Kino geh. :)
    Bin gleich mal Leser geworden.

    Außerdem haben wir dir gleich den „Liebster Blog-Award“ verliehen, da es so aussieht als hättest du ihn noch nicht, und ich jetzt bestimmt öfter mal bei dir vorbei schaue.

    http://steffis-und-heikes-lesezauber.blogspot.de/2012/07/verleihung-liebster-blog-award.html

    Viel Spaß damit und liebe Grüße
    Steffi (von steffis-und-heikes-Lesezauber)

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