[Im Kino] Silver Linings

Ich wollte mir mal was Gutes gönnen und bin daher diese Woche gleich zweimal ins Kino gegangen. Das erste Mal ging ich alleine und zwar in diesen Film:

 

MEINE ERWARTUNGEN Ich kenne Bradley Cooper aus Filmen wie Hangover oder Er steht einfach nicht auf dich. Er gehört nicht zu meinen Lieblingsschauspielern, aber Komödien kann er wirklich gut. Jennifer Lawrence ist mir aus Die Tribute von Panem bekannt. Zudem spielen noch so große Schauspieler wie Robert De Niro und Chris Tucker mit.
Dann hat der Film zumindest sehr viele Oscar Nominierungen bekommen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin…usw. Das machte mich neugierig. Nicht zuletzt, da Jennifer Lawrence ja schließlich den Oscar für Beste Hauptdarstellerin bekommen hat! Hat die Academy zurecht so viele Nominierungen an diesen Film vergeben?
MEINE EINDRÜCKE Der Trailer selbst sagt ja nicht so wahnsinnig viel darüber aus, worum es in dem Film gehen wird. Er greift eher die humorige Stimmung des Streifens auf.
In dem Bemühen euch nicht die Überraschungsmomente der Handlung wegzunehmen, kann ich nur wage soviel sagen: Patrick (Bradley Cooper) lernt Tiffany (Jennifer Lawrence) in einer Phase seines Lebens kennen, in der alles in Trümmern liegt und er sich bemüht, sich wieder aufzurappeln. Das Gleiche gilt für Tiffany, die einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten muss. Zwischen den beiden beginnt eine Art Freundschaft, als sie beschließen, sich gegenseitig zu helfen. Für Patrick heißt dies, dass er Tiffanys Tanzpartner für einen Wettbewerb ist.
Wie schon aus dem Trailer zu erahnen, sind die beiden Protagonisten alles andere als gewöhnlich. Aus Patrick spricht die Verzweiflung, die Verwirrung und der unbändige Wunsch, sein Leben wieder in alte Bahnen zu lenken. Gleichzeitig ist er sehr verwundbar und auch neugierig. Ich war von Bradley Coopers Schauspielleistung wirklich sehr überrascht. So eine vielschichtige und tiefgründige Darbietung hätte ich ihm vorher nicht zugetraut. Klar, gibt es es auch lustige Szenen, aber sie haben nie diesen oberflächlichen Witz, den man zum Beispiel aus Hangover kennt. Jennifer Lawrence spielt ebenfalls sehr faszinierend. In Die Tribute von Panem hat man ihr Talent ja schon erahnen können, wie ich finde, aber in Silver Linings präsentiert sie sich noch einmal ganz anders. Meiner Meinung nach hat sie den Oscar wirklich verdient. Ihre Rolle Tiffany ist so real, zerbrechlich und gleichzeitig voller Wut, Kampfgeist und Feingefühl…ich war schwer beeindruckt. (Und Himmel ist sie hübsch!)
Aber auch die übrigen Darsteller spielen ihre ganze Schauspielfreude aus. Allen voran Robert De Niro in der Rolle von Patricks Vater. So bekommt man in jeder Szene des Films geballte Schauspielkunst, die Lust und Freude am Zusehen bringt.
Grundsätzlich ist die Handlung, im Nachhinein betrachtet, nicht wirklich überraschend oder ungewöhnlich. Der Film lebt auch eigentlich mehr von seinen ungewöhnlichen Charakteren, die Protagonisten Patrick und Tiffany natürlich vorneweg. Wir sehen hier Menschen, die auf ihre Art und Weise und in ihrer Verkorkstheit versuchen, ihr Leben wieder zu ordnen und an den Silberstreif am Horizont zu glauben. Dabei werden sie mit den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Mitmenschen konfrontiert.
Die Botschaft ist auch recht eindeutig: verliere nie den Mut, vertraue darauf, dass es einen Silberstreifen auch in deinem Leben gibt. Das Ganze wird mit so viel Herzblut, Freude am Schauspiel und Wärme vermittelt… also ich war am Ende gerührt.
FAZIT Silver Linings ist definitiv kein typischer Hollywoodfilm: die Kameraführung ist ungewöhnlich, die Charaktere zu ausgefallen, die Story insgesamt ein bisschen zu schräg. Das macht aber auch den Reiz des Films aus. Neben großer Schauspielleistung, bekommt man hier so viel echtes Leben, dass die 122Minuten wie im Fluge vergehen und man all die Charaktere in sein Herz schließt. Eine absolute Angucken!-Empfehlung von mir!

5Eulen

 

4 comments

  1. RoM says:

    Grüß Dich, Melissa.
    Bekannt wurde Bradley Cooper durch Komödien, aber beeindruckend spielt er, wie Du siehst, in dramatischen Rollen. ‚Ohne Limit‘ (2011). Oder sein Part in der Serie „Alias“.
    Wahrlich – Miss Lawrence versteht es Figuren auszufüllen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, kann ich Dir ‚Winter’s Bone‘ empfehlen – wie sie allein mit Blicken hier agiert!

    Glücklicherweise ist der us-amerikanische Film nicht nur Hollywood… :-)

    bonté

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