[Im Kino] Still Alice

Wie versprochen, kommt heute meine Review zum Kinofilm Still Alice.

MEINE ERWARTUNGEN In der Hauptsache war ich neugierig darauf zu sehen, wie gut Julianne Moore spielt, hat sie doch immerhin für diese Rolle einen Oscar bekommen. Und ich hoffte, dass der Fillm nicht zu bedrückend werden würde.

MEINE EINDRÜCKE Der Film beginnt mit einer Szene, in der die Familie einträchtigt beisammen sitzt und Alices Geburtstag feiert. Alles scheint perfekt. Dann begleitet der Zuschauer Alice durch ihren Alltag und nach und nach werden die feinen Risse sichtbar, die das geordnete Leben der Familie bedrohen.

Still Alice erzählt von der Diagnose Alzheimer und wie Betroffene damit umgehen. Alice erkrankt vergleichsweise früh daran, da es bei ihr genetisch angelegt ist. Vielleicht besonders pikant: Alice ist eine sehr erfolgreiche Linguistin und es ist als erstes das Sprachgedächtnis, das betroffen ist. Aber auch ihre Kinder leiden darunter. Denn aufgrund der genetischen Belastung, besteht eine Chance von 50 zu 50, dass die Kinder es auch haben.
Still Alice will erzählen, wie die ganze Familie mit der Krankheit kämpft. Und konzentriert sich aber bald nur noch auf die Protagonistin. Julianne Moore spielt sehr überzeugend eine starke Kämpferin, die aber am Ende verlieren muss. Was in dem Film schon bald verloren geht, ist die Familie. Gerade das am Anfang als so wichtig herausgestellte Thema, wie die Kinder mit der Vererbung umgehen, wird recht schnell abgehakt und danach nie wieder thematisiert.

Auch der Umgang der Familie mit der Krankheit wird nicht so richtig tiefgreifend geschildert. Zwar erleben wir Alec Baldwin zunächst als den zuversichtlichen und fürsorglichen Ehemann, der später dann aber flüchtet, und Kristen Stewart als die rebellische Tochter, die als einzige die Mutter zu verstehen scheint, – aber der Film kratzte für mich nur an der Oberfläche.
Im Fokus bleibt Alice. So waren die letzten 20 Minuten besonders bedrückend, als die Person Alice nach und nach von der Krankheit geschluckt wird. „Still Alice“ (nur Alice) gibt es am Schluss nicht mehr. Der Film endet aber in gewisser Hinsicht offen, was ich im ersten Moment unbefriedigend fand. Im Nachhinein ist es aber nachvollziehbar.

FAZIT In wie weit der Film der Buchvorlage gerecht wird, kann ich nicht beurteilen. Allerdings bin ich nun neugierig auf das Buch, da ich vermute, dass es ausführlicher ist. Insgesamt fängt Still Alice die Situation einer Familie, die mit der Krankheit Alzheimer umgehen lernen muss, gut ein. Mir fehlte es in einigen Punkten an Tiefe. Die Gesamtstimmung ist aber sehr berührend und regt zum Nachdenken an.

IN DREI WORTEN emotional, weckt Interesse, berührend

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One comment

  1. RoM says:

    Grüß Dich, Melissa.
    Vermutlich dürfte das Drehbuch der Abmagerungskur a la Hollywood folgen: Nur nicht Gefahr laufen, das Publikum zu überfordern. Also wird alles auf einen eingekochten, leicht nachvollziehbaren Handlungsstrang reduziert. Fertig ist der Oscar.

    Eine ähnliche Kritik war dann auch in diversen Radiobeiträgen zu vernehmen.

    Zum Abgang dreier Leser auf Deiner Gesichtsbuch-Seite läßt sich vielleicht annähernd treffend schreiben: Reisende soll man/frau nicht aufhalten!

    Apropos Reisen…

    Wünsche eine stets angenehme Dienstreise & Deinem Rücken eine ideale Matraze, vor Ort!

    bonté

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