[Im Kino] The danish girl

Mein erster Film mit Eddie Redmayne und ich möchte euch unbedingt meine Eindrücke davon erzählen. Hier aber erst einmal ein Trailer, für diejenigen, die nicht wissen, worum es bei The danish girl geht:

MEINE ERWARTUNGEN Wie bereits eingangs erwähnt, war dies mein erster Film mit dem Oscar prämierten Schauspieler. Ich war einfach neugierig darauf, wie er die Rolle der intersexuellen Lili Elbe spielen würde.

MEINE EINDRÜCKE Der Film hat ein sehr ruhiges, fast langsames Erzähltempo. Der Regisseur nimmt sich viel Zeit, die Emotionen der Hauptfiguren auf den Zuschauer wirken zu lassen. Und das auch oft nur durch Gesten und Mimik.

Einen ersten Eindruck davon bekommt man in der Szene, in der der Maler Einar Wegener seiner Frau und ebenfalls Malerin Gerda als Ballerina posieren soll. Dieser Moment löst in dem jungen Dänen etwas aus, besser gesagt, entfacht etwas, das er längst vergessen hatte. Schnell wird aus dem Spiel, Einar verkleidet sich als Cousine Lili, ernst. Im Folgenden beschäftigt sich der Film mit der – ich nenne es mal – Transformation Einars zu Lili und was das mit der Beziehung zu Gerda macht.

Der Film basiert auf einer wahren Biografie, verändert aber ein paar Details. Nichtsdestotrotz hat der Film vor allem dank Eddie Redmayne große Wirkung auf mich gehabt. Denn es gibt eine Szene, in der Lili Gerda gesteht, dass sie Einar nicht mehr zurückholen kann. Und tatsächlich: schon bald sah ich auch nur noch Lili – egal, ob der Schauspieler Männer- oder Frauenkleidung trug. Redmayne transportiert die Zwiespälte, Sehnsüchte und Ängste seiner Figur mit solcher Klarheit und Eindringlichkeit, dass es mir selbst immer wieder das Herz schmerzte.

Aber auch Alicia Vikander, die die Rolle der Gerda übernimmt, spielt mit Bravour. In der Realität verließ Gerda Lili, im Film bleibt sie immer an ihrer Seite. Aber sie macht sich diese Entscheidung zu keinem Zeitpunkt leicht. Vikander konnte mir die Gefühle, allen voran die Liebe zu Einar/Lili, verständlich machen. So empfand ich auch für sie große Empathie.

FAZIT Ich selbst kenne aus meinem Umfeld eine intersexuelle Person, die vom Mann zur Frau geworden ist. Glücklicherweise brachte man ihr Verständnis und Akzeptanz von der ersten Minute an entgegen. Das ist heute noch lange nicht selbstverständlich. Darauf will der Film auch aufmerksam machen. Insbesondere die modifizierte Geschichte von Gerda macht dies deutlich. Nichtsdestotrotz war es vor allem ein sehr berührender Film, der mich noch eine Zeit lang im Herzen bewegt hat. Und Eddie Redmayne ist ein großartiger, faszinierender Schauspieler. Von mir gibt es eine klare Empfehlung, sich den Film anzusehen!

5Eulen

5 comments

  1. Melli says:

    Hey Melissa,

    war schon länger nicht mehr im Kino, drum ist momentan jede Filmrezension ne Überraschung für mich. ^^

    Die Geschichte klingt sehr bedrückend: Verständnis, Toleranz und Akzeptanz hin oder her, aber dass mein Freund/Mann/Partner von nun an als Frau durch’s Leben gehen könnte, finde ich eine furchtbare Vorstellung. Bin normalerweise wirklich nicht empfindlich, aber schon den Trailer empfand ich persönlich als krass. Schwer, konkreter in Worte zu fassen. Ich würde vermutlich nicht nur die Beziehung, sondern mein ganzes Leben erst mal anzweifeln – wie schnell sich doch der als real empfundene Zustand ändern kann. Kann mir auch nur schwer vorstellen, ob/in welcher Zeit man soetwas verarbeiten kann… Klar, für Einar war es sicher auch nicht leichter, aber mit der Frau kann ich leichter mitfühlen. ;)

    Wenn, dann definitiv kein Film, den ich mit den Jungs in meinem Umfeld anschauen kann. ^^

    Liebe Grüße
    Melli

    • RoM says:

      Hi, Melli.
      Nicht jeder Mensch wäre dazu fähig, eine solche Veränderung in der Partnerschaft zu verarbeiten – stimmt. Beziehungen gehen bereits wegen Dingen von erheblich kleinerer Dimension in die Brüche.
      Der Film geht allerdings von der Annahme aus, daß die tiefen Gefühle zu einem Menschen fortwährend sein können. Ein gesellschaftliches Statement also.

      Der aktuelle Film ‚Suffragette‘ spricht in etwa ähnlich gelagerte Fragen an; wenn man/frau bedenkt, daß das Wahlrecht für Frauen noch keine 100 Jahre alt ist – in Deutschland.

      Freut mich, daß Dein Internet-Anschluß e n d l i c h steht! :-)

      bonté

  2. RoM says:

    Salut, Melissa.
    Der Mensch ist & bleibt ein komplexes Wesen, weswegen sich gesellschaftliche Norm(alität) immer wieder daran zu stören versteht,
    Filme, Romane, Kunst, die sich mit der Entwicklung einzelner Menschen eingehend beschäftigen, bleiben deshalb wichtiges Medium für jede menschliche Gesellschaft.

    Hört sich jetzt hoffentlich nicht allzusehr nach Traktat an… :-)

    bonté

  3. Sandra says:

    Liebe Melissa,

    diesen Film werde ich mir auf JEDEN FALL ansehen. Ich mochte Eddie Redmayne schon in der Hawking-Verfilmung sehr, darum geht da kein Weg dran vorbei. Das Thema fasziniert zudem ebenfalls sehr. Kennst du „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ schon? Sehr empfehlenswert ♥

    Liebe Grüße
    Sandra

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