[Schreibzeit #4] Mein persönliches Glück

Bine hat ein sehr schönes Thema für die diesmonatige Schreibzeit vorgegeben: Was bedeutet Glück für Dich? Schön deshalb, weil es keine allgemein gültige Antwort darauf gibt. Schön auch, weil ich es gut finde, wenn man sich immer mal wieder die Zeit nimmt, um sich auf sein persönliches Glück zu besinnen. Und genau das versuche ich seit einiger Zeit. Nun versuche ich ein paar dieser Gedanken mit euch zu teilen.

clovers-690175_640Mein persönliches Glück

Wenn ich an Glück denke, dann habe ich den Sternenthaler vor Augen. Dieses kleine Mädchen, das in einem weißen Hemdchen die Sterne einsammelt. Es steht da und die Sterne fallen ihr in den Schoss. Nur dieses Bild, ohne die traurige Geschichte dazu. „Etwas fällt dir in den Schoss.“ Glück ist für mich etwas Zufälliges, Unvorhergesehenes. Es ist etwas, das ohne mein Zutun zu mir kommt. Und es bleibt nicht lang – eine Momentaufnahme. Es ist wie ein Feuerwerk – laut, bunt, aber nur für die Zeit, bis das Feuerwerk aufgebraucht ist. Danach wird der Himmel so schwarz wie zuvor.

Solch ein Glück habe ich auch schon erlebt. Der Geburtstagsabend nach meinem Masterabschluss war ein sehr glücklicher Abend. An das berauschende Gefühl kann ich mich noch gut erinnern. Oder dieser Augenblick, wenn mein Lächeln dem neu gewonnenen Freund begegnet und er auch lächelt, weil wir beide an das gleiche denken. Weil wir beide das gleiche fühlen. Ich schätze solche Momente, aber ich forciere sie nicht. Weil sie eben so kurz sind. Dieses Glück ist für mich nichts Dauerhaftes, eigentlich nichts Erstrebenswertes. Ich kann ja nichts dazu tun, damit es passiert. Es passiert einfach und wenn Du aufmerksam genug bist, dann erkennst Du diese Momente dann, wenn sie geschehen.

Mein persönliches Glück hat auch viel mit Dankbarkeit zu tun. Wenn ich zum Beispiel mit meinen neuen Freunden Zeit verbringe, wir einfach das Jetzt genießen und einfach sind, dann überwältigt mich das Gefühl der Dankbarkeit. Ich bin dann unglaublich dankbar dafür, so etwas erleben zu dürfen. Nach meinem Gemütszustand gefragt, würde ich in dem Moment wohl sagen, ich sei glücklich und würde grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Ich schätze mich dann sehr glücklich, ja. Ich will in dem Moment nichts ändern, nirgends anders sein, nichts anders machen wollen. Einfach sein.

being-461698_640Mein persönliches Glück ist aber auch Zufriedenheit. Da steckt nämlich drin, was ich dazu getan habe, um glücklich zu sein. Zufriedenheit fühle ich, wenn ich meine Pflanzen betrachte. Sie wachsen, sehen schön aus und geben mir ein Gefühl von Zuhausesein und Wohlfühlen. Ich fühle tiefe Zufriedenheit, wenn ich sehe, wie meine Freunde sich auf meinem Balkon wohlfühlen. Da gar nicht mehr weg wollen, obwohl es dunkel und kalt wird. Da mischt sich natürlich auch profane Freude mit rein. Wie, wenn der Chef meinen Artikel lobt und anerkennt, wieviel Arbeit darin steckt.
Zufriedenheit fühlt sich beruhigend, sanft und wärmend an. Wie, wenn ich an meinen Job denke. Wie die frisch geputzte Wohnung betrachten und denken: „Das ist mein Zuhause, hier fühle ich mich geborgen.“ Diese Wärme, die einen durchströmt, wenn man den Zusammenhalt der Familie spürt.

Glück ist eine Mischung aus Gefühlen. Für mich. Es gibt das kurze Glücks-Glück, das mir wie dem Sternenthaler in den Schoss fällt. Es ist laut und bunt und schenkt mir Freude und Lebensmut. Es ist aber auch dieses tiefe, wärmende Gefühl im Bauch. Es lässt mich innehalten und lächeln. Es füllt mich mit lauter guten Dingen aus: Dankbarkeit, Freude, Zufriedenheit, Wohlfühlen, Stärke, Kraft. Ich reiße dann die Arme in die Luft und lache oder weine, grinse oder schüttel einfach nur den Kopf.

thistle-287467_640

2 comments

  1. Hanne says:

    Liebe Melissa,
    danke für diesen sehr schön geschriebenen Beitrag.
    Daran sollten sich andere mal ein Beispiel nehmen und vielleicht hört dann das „Gehacke“ wie z. B. unter den Bloggern auf.
    Liebe Grüße und demnächst landet bei dir Überraschungspost. Nicht nur das versprochene Buch. Nachdem ich es nun ausgelesen habe, geht es bald auf den Weg zu dir – mal schaun, wie lange es trotz des Poststreiks dauert
    Hanne

  2. RoM says:

    Bojú, Melissa.
    Ein Blick in die Zitatekiste…

    „Glück verzehrt sich schnell, wenn es händeringend erstrebt ist; und es liegt einem zu Füßen, sobald es unerwartet besehen wird.“
    (F. Claire Serine)

    bonté

Schreibe einen Kommentar