[Sechstes Update] Selbstversorger-Balkon – Das Finale

Vor zweieinhalb Monaten war noch Sommer. Vor zweieinhalb Monaten war noch Sonnenschein und ich saß in meiner Freizeit stets auf dem Balkon. Nun ist Herbst, den ich zwar wirklich sehr liebe, aber der keine Jahreszeit ist, um auf dem Balkon zu sitzen oder an seinen Pflanzen zu werkeln. Darum ist der Selbstversorger-Balkon auch auf meinem Blog etwas in Vergessenheit geraten. Doch bevor der erste Schnee fällt, möchte ich doch noch die letzten Veränderungen dokumentieren und ein Resümee ziehen, wie mein erstes Jahr gelaufen ist. Seid ihr dabei?

Was bisher geschah…

Ich gebe zu, im August habe ich den Balkon etwas vernachlässigt. Als ich in Berlin im Urlaub war, kümmerte sich eine Kollegin um meine Pflanzen. Es war aber so heiß, dass sie dann einfach Wasserflaschen in die Erde steckte, weil man sonst mit dem Gießen nicht mehr nachgekommen wäre. Entsprechend haben die Pflanzen etwas gelitten.
Die Zucchini hatte den Urlaub nicht überlebt. Das lag aber nicht am Gießen. Ich hatte schon zwei Wochen vorher bemerkt, dass sie immer weniger Wasser aufnahm. Ich vermute, sie war krank. Und so habe ich sie dann weg getan. Auch die Paprika lebte nicht bis in den Herbst. Denn leider kamen die Blattläuse immer wieder zurück. Das konnte ich mir dann irgendwann nicht mehr mitansehen.
Den Tomatenpflanzen ging es dagegen gut. Aber sie gehören wirklich zu den Starkzehrern. Bei der Hitze musste man mindestens zweimal am Tag gießen und einmal in der Woche düngen.

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Die Veränderungen

Wie ihr an dem Bild oben sehen könnt, kamen auch erste Tomaten. Und sie schmeckten wirklich gut. Allerdings brauchen Tomaten unfassbar viel Platz. Wenn es ihnen gut geht, dann wachsen sie buchstäblich wie Unkraut. Um das ein bisschen kontrollieren zu können, habe ich neue Triebe jeden Tag abgezwickt. So ging nicht alle Energie ins Wachstum.

20150927_111157Hier könnt ihr – neben den ausgedörrten Gipskraut-Pflanzen – vier Tomatentöpfe sehen. Eine hat den Platz an der Rankhilfe bekommen, wo früher die Gurke stand. Hier könnt ihr noch einmal nachlesen, was mit der Gurke geschah.
Was man auf dem Bild nicht ganz so gut sehen kann: Die vorderste Pflanze hängt halb am Hängekasten, weil sie einen ganz langen Trieb entwickelt hat. Was man aber sieht: Ich bin manchmal mit dem Gießen nicht mehr nachgekommen, deshalb gab es auch bei den Tomaten mal braune Blätter.

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Und es gibt ja auch noch die Erdbeere! Die hat leider nur eine kurze Zeit Früchte getragen. Das fand ich sehr schade, denn die Erdbeeren waren unfassbar lecker. Aber der Pflanze geht es noch sehr gut. Ich werde mich jetzt mal schlau machen, wie ich sie überwintern lassen kann. Es ist nämlich eine mehrjährige Pflanze.

 

 

 

Wie geht es weiter?

Meine Tomatenpflanzen sind noch da und haben auch noch ein paar grüne Früchte. Aufgrund der fehlenden Sonne werden sie aber vermutlich nicht mehr reif. Deshalb werde ich die Pflanzen dann Ende des Monats alle weg tun. Bis auf die Erdbeere, die ja überwintern kann.
Ich hatte zwischenzeitlich mal noch überlegt, mir winterharte Pflanzen, die einfach nur blühen, zu kaufen und einzutopfen, aber mal ehrlich, wozu? Ich sitze nicht mehr draußen und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann bewundere ich meist das schöne bunte Herbstlaub und nicht meinen Balkon. Also gilt es auch diesen winterhart zu machen: Polster rein, Möbel zusammenrücken.

Mein Fazit zum ersten Jahr mit Selbstversorger-Balkon: Es hat Spaß gemacht! Vor allem fand ich es klasse, dass viele von euch Interesse daran gezeigt haben. So etwas teilen zu können, verdoppelt die Freude. Meine Kollegen haben mich ja doch manchmal belächelt, wenn ich wie eine Mutter über ihre Kinder von meinen Pflanzen erzählt habe. Wie sagte meine Freundin mal? „Wenn du nicht so hübsch wärst, würde ich dir dafür eine runter hauen.“
So ein Selbstversorger-Balkon ist aber auch viel Arbeit und geht am Anfang ein bisschen ins Geld. Bis man mal so alles gekauft hat, was man braucht – vor allem die Erde -, war man schon zum zehnten Mal im Baumarkt. Apropos Baumarkt: ich werde mir nächstes Jahr keine Pflanzen mehr aus dem Baumarkt holen. Zumindest keine Setzlinge, höchstens Samen. Denn alle Pflanzen von dort, die Gurke, Paprika und die Zucchini, waren am Ende krank oder von Parasiten befallen. Okay, bis auf die Erdbeeren. Meine Tomatensamen kamen ja aus Holland, wie ich euch hier erzählt habe. Davon ist nichts mehr übrig und ich werde nächstes Jahr vermutlich nicht wieder nach Amsterdam reisen, um Nachschub zu holen.
Aber ich mache weiter! Ich möchte nächstes Jahr wieder Gemüse und Obst anpflanzen. Vielleicht teste ich ganz neue Sorten aus, vielleicht dürfen Zucchini und Tomate aber noch einmal wiederkommen. Und ich würde euch gerne wieder mit auf die Reise nehmen. Ich hoffe, ihr habt Lust!

 

Hier noch einmal die sechs Berichte über meinen Selbstversorger-Balkon:

So fing alles an

Erstes Update – es wächst!

Zweites Update – es blüht!

Drittes Update – kurz vor der Ernte

Viertes Update – Durchhalten!

Fünftes Update – Die Biester kommen

 

3 comments

  1. Tessa says:

    Ich habe immer gerne mitverfolgt was bei dir auf dem Balkon pflanzentechnisch so los war. Deshalb freue ich mich schon auf weitere euphorische Berichte im nächsten Jahr ;)
    Für grüne Tomaten gibt es übrigens tolle Rezepte, musst du mal gucken ob du was passendes für dich findest. Auf jeden Fall ist es nicht tragisch wenn deine Tomaten nicht mehr reif werden…

    Liebe Grüße
    Tessa

  2. RoM says:

    Ahoj, Melissa.
    So ausreichend entwickelt, lassen sich Tomaten auch noch in der Wohnung, auf dem Fenstersimms nachreifen.

    Meinen Balkon habe ich gestern eingemottet; wenn ich auch (aus einer Spontanität heraus) die Kästen hängen ließ & sie mit einer Note Herbst belegte. Für den Blick aus der Küche, sozusagen.

    bonté

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