[Verreist] Mein Urlaub in Berlin

Ich hab euch zwar gar nicht gefragt, ob euch ein paar Details aus meinem Urlaub interessieren. Da ich aber nicht nur die typischen Touristenziele angesteuert habe, zeige ich euch nun ein paar Impressionen.

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Ich war das erste Mal in der zwölften Klasse (also mit 16 Jahren ungefähr) in Berlin. Ich kann mich nur noch vage daran erinnern, was wir alles gesehen haben. Aber was mir von Berlin im Gedächtnis blieb, war nicht unbedingt ein: „Ich muss unbedingt wieder dorthin!“ Nun arbeitete meine beste Freundin jedoch im August in Berlin und so nutzte ich die Gelegenheit, mich mit der Metropole anzufreunden.

Meine Unterkunft suchte ich über Airbnb, was ich auch nur jedem empfehlen kann. Es gibt dort mittlerweile ein sehr vielfältiges Angebot, so dass für jeden Anspruch das richtige Zimmer gefunden wird. Meines war in der Nähe vom Tempelhofer Feld und somit in der Nähe meiner besten Freundin. So konnten wir uns abends immer zum Abendessen und auf einen Absacker treffen.

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Nach meiner Ankunft schlenderte ich also durch die Wohngegend. Neu-Kölln. Dort entdeckte ich einen kleinen hübschen Park, dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Dort war so eine Art Gemeindefest mit Grillstand, Bier und Live-Musik.
Grundsätzlich wollte ich nicht einfach nur die Touristenziele abklappern. Mal ganz davon abgesehen, dass es davon auch viel zu viele gibt. Dennoch habe ich einen Tag den 100er-Bus genutzt, der vom Zoologischen Garten bis zum Potsdamer Platz quer durch Berlin-Mitte fährt. Ich hatte mir vorher online durchgelesen, wo ich überall vorbeifahre. Das empfehle ich auch, ansonsten sollte man vielleicht einen der GuidedTour-Busse nehmen, die je nach Strecke bis zu 20 Euro pro Tag kosten. Mit meiner Wochenkarte, die ich gekauft hatte, war der 100er für mich jedoch kostenlos.

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Vom Potsdamer Platz ging es dann weiter zu den Hackeschen Höfen. Dort finden sich Restaurants, Cafés und kleine Designerläden für Lederwaren, Essen und Kunst. Alles nicht günstig, aber architektonisch und historisch gesehen sind die Höfe wirklich interessant. Ich hab mir dann eine Kugel Eis in dem Laden vorne rechts auf dem Bild gegönnt.

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Ich entschied mich für Zitronensorbet, was erfrischend, leicht säuerlich und nicht zu süß war. Und wenn ich das richtig beurteile, werden die Eissorten auch dort selbst hergestellt. Da kann man die 1,50 Euro pro Kugel noch verschmerzen. Danach lud mich mein Chefredakteur zu einer Spreerundfahrt ein. Ja, ich habe meinen Chef im Urlaub getroffen. Er war selbst für ein paar Tage in Berlin Urlaub machen und er hatte mich im Vorfeld gefragt, ob wir dann was zusammen machen wollen. Ich persönlich schätze mich sehr glücklich, dass ich mich so gut mit meinem Chef verstehe, dass das möglich ist. Die Spreerundfahrt war auch wirklich schön und hat mir die Ecken (Regierungsviertel und einige Museen) gezeigt, die ich nicht vor hatte, abzulaufen. Somit habe ich einiges gelernt und gesehen.

IMG_20150812_113114 Ich hab nicht so viele Fotos gemacht, weil Berlin einfach eine normale Großstadt ist und es da nicht so viel zu fotografieren gibt. Abgesehen davon habe ich versucht, die Seele baumeln zu lassen und nicht daran zu denken, was ich für euch so fotografieren könnte.
Nun, weil es in der Woche auch so heiß war in Berlin (freitags fast 40 Grad), verbrachte ich einen Tag fast sechs Stunden im Botanischen Garten. Dass ich eine Schwäche für Flora habe, ist ja hier mittlerweile bekannt. Der Botanische Garten in Berlin hat vor allem einen tollen Baumbestand. Die Pflanzen sind geografisch eingeteilt, so dass man durch die Wälder Japans, Nordamerika oder durch die Vegetation, wie sie auf dem Himalaya zu finden ist, spazieren kann.

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Einmalig in Europa gibt es dort auch ein Botanisches Museum. Das ist vor allem für Biologen interessant. Ich war zu dem Zeitpunkt schon etwas hirnsatt. Aber es ist auch toll für Kinder aufbereitet. Wer sich also dafür interessiert, wie Pflanzen entstehen und welche Entwicklung sie über die Jahrhunderte genommen haben, wie wir Menschen sie verwenden – dem sei das Museum ans Herz gelegt.

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Auf dem Pflichtprogramm für meinen Urlaub stand auch ein Trip nach Potsdam, genau genommen zum Schloss Sanssouci. Meine Mutter meinte im Vorfeld, dass mir das gefallen könnte und sie kennt mich einfach sehr gut. Die Parkanlage ist kostenlos zu begehen, die Gebäude, die darin stehen, verlangen alle Eintritt. Und der ist recht hoch. Für das Schloss Sanssouci muss man 12 Euro bezahlen. Damit kauft man dann einen Time Slot: Man darf nur zu einer bestimmten Uhrzeit rein, erhält dann einen Audio Guide und kann durch die Räume schlendern. Ich mag Schlösser, so dass es mir echt gut gefallen hat. Allerdings fühlte ich mich schon ein bisschen wie Massenabfertigung.
Der Park selbst ist recht unspektakulär. Sehr gradlinig und viele Bäume. Ich mag Botanische Gärten oder wildwachsende Parkanlagen lieber.

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Ich bin dann auch noch durch die Innenstadt von Potsdam geschlendert, die arichtektonisch wirklich schön ist. Am Abend diesen Tages folgte mein Wochenhighlight, das ich ganz spontan gebucht hatte. Nachdem ich Plakate in Berlin dazu entdeckt hatte und erfreut feststellen durfte, dass das Stück genau in der Woche lief, in der ich in Berlin war (wann passiert das schon mal??!!), musste ich die Gelegenheit nutzen und besuchte die Rocky Horror Show im Admiralspalast.

IMG_20150813_192833Es war eine Riesengaudi! Die Darsteller waren durch die Bank großartig, die Inszenierung wirklich geschickt vom Film auf die Bühne geholt und überhaupt und sowieso. Ich hab die DVD hier Zuhause und mag die Musik und die schrägen Figuren einfach. Rocky Horror Show ist eher ein Mitmachkonzert. Es gibt bestimmte Stellen im Stück, in denen das Publikum aufgefordert ist, mitzumachen: Konfetti werfen, es mit Spritzpistolen regnen lassen, Knicklichter schwenken, mittanzen, buhen und jubeln. Man sollte sich vorher den Film ansehen, damit man wirklich mitbekommt, worum es geht. Denn das geht bei dem vielen Jubeln, Konfetti und Tanzen etwas unter. Mich hat das nicht gestört, weil ich genau das wollte. Wie meine beste Freundin vorher schon sagte: Das wird ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde!

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Natürlich habe ich trotz des „Alternativprogramms“ einige typische Berlin-Orte besucht. Ich bin durch das Brandenburger Tor gelaufen (zum ersten Mal in meinem Leben) und habe das Denkmal zur Verfolgung europäischer Juden spontan besichtigt. Ich war am Potsdamer Platz, bin die Friedrichsstraße mehr als einmal rauf- und runtergefahren. Hab die Museumsinsel und all die Gebäude darum herum gesehen. Nur Currywurst habe ich nicht gegessen.

Es war insgesamt ein schöner Urlaub. Meine Füße waren danach ziemlich platt. Kein Wunder, bin ich am Tag doch mindestens 10 Kilometer gelaufen. Und ich weiß nun mit Sicherheit: so große Städte wie Berlin sind einfach nicht meins. Ich würde dort nie wohnen wollen. Ich bevorzuge kleine Großstädte wie Freiburg und Ulm. Mit einer Ausnahme: Hamburg. Da würde ich freiwillig jeder Zeit hinziehen. Alles andere müsste das Schicksal entscheiden.

Wow, das war mal wieder viel geschrieben. Dabei habe ich schon einige Etappen ausgespart. Ich hoffe, der kleine Einblick hat euch gefallen. Wenn ihr Fragen habt, dann nur zu. Ich freue mich immer über Kommentare.

One comment

  1. Anna says:

    Wie schön! Ich war vor Kurzem auch in Berlin und es hat mir richtig Spaß gemacht, deinen Bericht zu lesen :) Den Botanischen Garten muss ich mir für´s nächste Mal merken,an den hatte ich gar nicht gedacht…

    Liebe Grüße
    Anna

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