Worauf es im Leben ankommt

Worauf es im Leben ankommt, ist wohl eine der Fragen, die sich beinahe jeder im Laufe seines Lebens stellt. Ich habe eher zufällig am Wochenende einen Teil dieser Frage für mich beantworten können. Davon möchte ich euch erzählen.

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Worauf es im Leben ankommt… die Vorgeschichte

In meinen 32 Jahren Lebenszeit bin ich etwa 16-mal umgezogen. Sechsmal allein seit ich von Zuhause ausgezogen bin. So habe ich schon früh gelernt, regelmäßig mein Hab und Gut zu entrümpeln. Natürlich habe ich dennoch immer wieder kleine Sammlungen angehäuft – liegt ja irgendwie in der Natur des Menschen.

Dennoch hat sich dadurch ein bestimmter Charakterzug bei mir gebildet: Egal, ob ich umziehe oder nicht, ich verspüre regelmäßig das Bedürfnis, meine Wohnung zu entrümpeln.

Der aktuelle (Be-) Stand

Meine Freundin hat in einer Hinsicht Einfluss auf die große Entrümpelei am Wochenende gehabt. Sie hat selbst relativ wenig Besitztümer. Das zeigt sich vor allem am kleinen Kleiderschrank. Und ihr fehlt es an nichts. Das hat mir wieder bewusst gemacht: „Die große Auswahl braucht man nicht. Mit wenig Sachen hat jedes Kleidungsstück die Chance getragen zu werden.“ Deshalb wollte auch ich mich von überflüssigem Ballast befreien.

Die Entrümpelei am Wochenende

Ich hatte mir Folgendes vorgenommen: meine Abstellkammer, die Küche, den Schuhschrank und den Kleiderschrank. Den inspiziere ich immer zum Jahreszeitenwechsel. Weshalb mir hier das Aussortieren auch nicht schwer viel. Anders als sonst ging ich auch Bettwäsche, Socken und Handtücher durch.

Der Schuhschrank

Wie viele Frauen habe auch ich viele Schuhe – habe ich noch. Selbst nach dem Entrümpeln. Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, hochwertige Schuhe zu kaufen und sie gegen die günstigen in meinem Schrank zu ersetzen. Und ich legte mir einige Paar mit etwas mehr (bis zu 5 cm) Absatz zu. Seit ich Anfang letzten Jahres jedoch schlimme Rückenprobleme hatte, trage ich sie nicht mehr. Also flogen bis auf ein Paar schwarze Pumps (braucht man immer), ein Paar blaue Pumps (weil sie zu einem Kleid gehören, das ich gerne trage) und ein Paar Stiefeletten alle raus.

Das fiel mir im ersten Moment schwer, weil ich die Schuhe vor Jahren gerne getragen hab. Aber heute denke ich nur noch an den Schmerz im Rücken, der damit kommen kann. Als mir das bewusst wurde, ging es leichter. So kann sich nun jemand anderes daran erfreuen.

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Die Abstellkammer

Auslöser für die große Entrümpelei war meine kleine Abstellkammer. Darin befinden sich ein Teil meiner Schuhe, Handtaschen, Putzmittel und vier Kisten voll mit Deko-Artikeln. (Müll, Flaschenpfand, Staubsauger und Wäscheständer ignorieren wir mal.) Seit ich ausgezogen war, habe ich immer gerne mein Zuhause zum Herbst, Advent und Sommer dekoriert. Ich liebe es bis heute durch Geschäfte wie Butlers, Depot und vor allem Maisons du Monde zu schlendern. Tatsache ist jedoch, dass ich meine aktuelle Wohnung nicht umdekoriere. Ich liebe den maritimen Touch aus Blautönen, Weiß und hellem Holz. So wie sie jetzt eingerichtet und dekoriert ist, ist meine Wohnung schön. Ja, sie ist fertig.

Und trotzdem konnte ich nicht alles an Deko wegwerfen. Ich reduzierte die vier Kisten auf zwei. Dabei behielt ich die Weihnachtsdeko. Einen Adventskranz stell ich doch meist auf und dafür sind die Sachen nützlich. Und eine Auswahl an Dingen, die man das ganze Jahr über verwenden kann, durfte auch bleiben. Man weiß ja nie.

Worauf es im Leben ankommt… mein Fazit

Was ich vom halbjährlichen Ausmisten meines Kleiderschranks eigentlich schon wusste, musste ich mir beim Schuhschrank wieder ins Gedächtnis holen: Wir entwickeln uns mit der Zeit. Und damit auch der Geschmack, was man trägt. Es macht keinen Sinn, etwas aufzuheben für den Fall „vielleicht trage ich es irgendwann mal wieder.“ Tut man nicht, glaubt mir. Also weg damit. Es ist herrlich, in einen Schrank zu blicken, genau zu wissen, was darin ist und dass man alles davon trägt bzw. tragen kann.

Beinahe gegensätzlich dazu ist meine Erkenntnis aus dem Entsorgen von Deko: Ich lernte, dass das eigene Zuhause einzurichten, zu dekorieren, ein Teil meines Charakters ist. Ich stöbere gerne durch Möbelhäuser, stelle mir vor, wie ich was zusammenstellen könnte und berate auch andere gerne in dieser Sache. Also wäre es verrückt gewesen, diesen Teil von mir komplett wegzuwerfen. Ich habe ihn nur auf das reduziert, was mir aktuell noch gefällt (deshalb flog zum Beispiel die ganze lilafarbene Sommer-Deko raus).

Darauf kommt es im Leben an: Sich von unnötigem Zeug zu befreien, ohne sich selbst dabei zu schaden.

5 comments

  1. Hanne says:

    Wunderbarer Artikel und danke für den Einblick – deine Gedanken.
    Da ich (leider) auch immer wieder ansammle, und es wird dann immer mehr, habe ich vor kurzem systematisch angefangen: Brauch ich das oder nicht.
    Dein letzter Satz ist sehr passend – ich muss ihn mir merken.
    Danke dir
    Liebe Grüße Hanne

  2. Kevin says:

    Ein sehr schöner Beitrag, den sogar ich als Mann verstehen kann. Als ich letzten Monat umgezogen bin, haben Freundinnen gesagt, dass ich dringend Shoppen gehen muss,, weil mein Schrank so leer ist.

    Ich war nicht shoppen.
    Ich habe aktuell genug Kleidung und ich brauche nicht mehr, als das, was ich anziehen kann und will.
    Vielleicht nächstes Jahr wieder :)

    Liebe Grüße

    Kevin von daydreamer-kev.de

  3. Sabine says:

    Schöner Artikel.
    Ich kann dir in allen Punkten zustimmen. Ausmisten befreit ungemein (hab mich in den vergangen Monaten von Unmengen an Gerümpel gelöst).

    Hab es auch gern geordnet und bin mit meinen (mittlerweile relativen wenigen)Sachen zufrieden.

    LG
    Sabine

  4. Julia says:

    Ja, einen ähnlichen Weg bin ich auch seit etwa einem Jahr gegangen. Einmal im Entrümpelwahn wollte ich letztes Jahr in allen Bereichen mal gründlich ausmisten und musste dann doch feststellen, dass es auch Bereiche gibt, in denen ich gerne nur das Wichtigste besitze und andere Bereiche, in denen ich auch gerne ein paar Dinge mehr besitze als das, was ich vielleicht tatsächlich benötigen würde. Bei mir ist das beispielsweise auch Dekoration oder auch Schreibwaren. Im Schuh- und Kleiderschrank habe ich auch ungern zu viel Zeug. LG, Julia

  5. Nila says:

    Boah, jaaaa wie Recht du hast. Ich nehme es mir immer wieder vor, meine Wohnung mal von oben bis unten auszumisten. Da sammeln sich ja Dinge an, die eigentlich in meinem jetzigen Leben nichts mehr zu suchen haben. Wenn ich an meinen vollgestopften Schuhschrank denke, müsste ich mich jetzt schämen gehen ;)
    Zumindest war dieser Artikel ein positiver Klaps auf meinen Allerwertesten, endlich mit dem Ausmisten zu beginnen. Der letzte Satz ist genial
    Liebe Grüße
    Nila.

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