[Zweites Update] Selbstversorger-Balkon – es blüht!

So langsam fürchte ich, dass meine Mutter Recht hat und die ersten Früchte vielleicht geerntet werden müssen, wenn ich gerade im Urlaub bin. Aber keine voreiligen Schlüsse ziehen, ich will euch lieber zeigen, wie es aktuell bei mir auf der Fensterbank aussieht! (Achtung, der Beitrag wird lang!)

Was bisher geschah…

Ich hab weiterhin jeden Morgen nach meinen Pflanzen geschaut und sie gegossen, wenn sie es brauchten. Das ist schon fast ein kleines Ritual. In jedem Fall ist es jeden Morgen ein wunderbarer Anblick. Vor allem, wenn man neue Blätter oder gar Blüten entdeckt!
Ich habe auch mehrfach schon von meinem Salat gezupft, damit er nicht bitter wird. Immer nur die großen Blätter, so kann er schön weiter wachsen. Davon hab ich euch jetzt kein Bild gemacht. Denn die Salat-Setzlinge sehen ein bisschen zerrupft aus gerade :-) Aber ein Bild von meinem Salat, bevor ich ihn verspeist habe:

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Der Eichbergsalat ist sehr mild im Geschmack, leicht bekömmlich und eigentlich der perfekte Frühlingssalat. Ich schätze, beim Nährstoffgehalt hält er sich zurück, aber generell sollte man Salat ja nicht wirklich essen, wenn man denkt, sich damit Unmengen an Vitaminen und Mineralstoffen zuzuführen. Auf dem Bild habe ich noch Mozzarella und eine halbe Paprika dazugetan. Und wie immer bei mir: Salatkörner, Salatkräuter und Essig und Öl. Schlicht, einfach und yammie!

Die Veränderungen

Ich hatte euch vor rund zwei Wochen im letzten Update gezeigt, dass ich die Tomaten ausgesät hatte und die ersten Keimlinge gekommen waren. Eine Woche später ungefähr habe ich sie dann pikiert. So nennt man das, wenn man die Keimlinge von einander trennt und in neue Töpfe steckt.

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Ich habe mich mit dem Pikieren etwas schwer getan. Denn, wie ihr auf dem Bild sehen könnt, sind unheimlich viele Keimlinge entstanden. Und ich kann doch nicht Lebendiges wegwerfen! Dennoch habe ich tatsächlich nicht alle aus dem Topf genommen, sondern nur etwa sechs.

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Das sind zwei der drei Töpfe, die ich gefüllt habe. Ich hab sie nach dem Pikieren eine Woche lang an leicht schattige bzw. nicht mit direkter Sonneneinstrahlung versorgte Plätze gestellt, damit die Pflanzen sich von dem Stress erholen können. Die zwei hübschen auf dem Bild standen zum Beispiel bei mir im Schlafzimmer :-) Wie ihr auch sehen könnt, sind meist etwa zwei Pflanzen in einen Topf gekommen. Vermutlich muss ich sie später noch einmal trennen. Aber so haben sie jetzt erst einmal mehr Platz. Abgesehen davon sind in dem Topf auf dem linken Bild zwei Pflanzen (die links) so miteinander verwachsen, dass man sie nicht trennen kann.

Und die Zucchini und die Gurke?

Zucchini ist pflegeleicht und auch für Anfänger geeignet. Das kann man überall lesen. Und spätestens jetzt, weiß ich auch warum: Sie sieht wunderschön aus, wenn sie blüht. Und außer, dass sie nicht austrocknen darf, hat sie eigentlich kaum Ansprüche (sonniges, Wind geschützes Plätzchen ist natürlich Voraussetzung). Hier ein Blick auf meine Fensterbank:

IMG-20150425-WA0000Das Bild ist etwas unscharf, weil ich das nur auf die schnelle für eine Freundin gemacht hatte, die ganz neugierig nachgefragt hatte. Die gelben Blüten an Zucchini und Gurke kann man aber ganz gut sehen, denke ich.

Was ihr hier auch seht: die Gurke hat sich als Kletterpflanze entpuppt. Es gibt da wohl zwei Sorten: die Bodendecker und die Kletterer. Tja nun, bei mir stand nicht dabei, dass sie in die Höhe will. Als dann kleine dünne, sich ringelnde „Zweige“ kamen, schwante es mir. Also habe ich Bambusstöcke gekauft. Wenn die Gurke Ende Mai auf den Balkon kommt, werde ich mal sehen, ob ich noch eine Rankhilfe von oben herunterkommen lassen kann.

(Unten auf dem Boden steht nun ein Kasten vom Salat. Jetzt habt ihr ihn doch noch gesehen.)

Und hier einfach mal noch ein Detailbild der wunderschönen Blüten:

 

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Bei der Zucchini unterscheidet man im Übrigen männliche und weibliche Blüten. Es muss immer beides vorhanden sein, damit Früchte kommen. Die wachsen an/aus den weiblichen Blüten und sind bei meiner Pflanze leicht an dem gelben „Stiel“ an der Blüte (die unterste) zu erkennen, da ich eine gelbe Zucchini gekauft habe. Die männlichen Blüten haben dünnere Stängel und sind einfach nur hübsch anzusehen oder man erntet sie und isst sie auf. Das werde ich kommende Woche mal probieren. Die gelbe Frucht lasse ich wachsen, bis sie etwa zehn Zentimeter lang ist. Dann soll sie am besten schmecken.

Ich hab der Gurke und der Zucchini zwischenzeitlich auch etwas Dünger gegeben. Irgendwo stand mal, dass das den Pflanzen gut tut, sobald sie blühen bzw. Früchte bekommen. Bis jetzt scheint es ihnen auch noch nicht geschadet zu haben.

 

Und was ist mit der Paprika?

Ja, die gibt es ja auch noch! Irgendwie macht sie nicht so große Fortschritte wie die Gurke und die Zucchini. Ich habe sie auch gedüngt, sie bekommt regelmäßig Wasser und hat ein Plätzchen an einem sonnigen, Wind geschützten Platz. Ganz so, wie sie es mag.

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Sie ist jetzt in etwa 2 1/2 mal so groß wie zu Anfang. Und ganz oben sind auch endlich ein paar Knospen zu sehen. Meine Schwester meinte, sie habe mal gelesen, man solle die ersten Blüten entfernen, damit die Pflanze Früchte bekommt. Ich selbst konnte dazu nichts finden. Weiß einer von euch da mehr? Ansonsten überlege ich, sie umzutopfen, damit sie sich die Erde nicht mehr mit dem Salat teilen muss (rechts im Bild zu sehen). Vielleicht hilft ihr das ja. Aber das werde ich voraussichtlich erst Ende Mai machen, damit sie gleich auf den Balkon kann. So langsam habe ich nämlich keinen Platz mehr auf der Fensterbank :-)

Wie geht es weiter…

Das war also der lange Überblick über den aktuellen Stand. Ich kann nur sagen, es macht sehr viel Spaß! Im aktuellen Veggie Journal gab es sogar einen Artikel zum Selbstpflanzen. Das scheint also total im Trend zu sein.
Wie schon erwähnt, mache ich jetzt erst einmal unbeirrt so weiter: gießen, beim Wachsen zuschauen und mich freuen. Ende Mai wandern die Pflanzen dann auf den Balkon. Das zeige ich euch dann natürlich auch.

Ich hoffe, ich habe euch mit dem vielen Text und den Bildern nicht erschlagen und ich konnte euch meine Begeisterung ein wenig vermitteln. Habt noch einen wunderbaren Sonntag!

4 comments

  1. Julia says:

    Ja, deine Begeisterung ist zumindest bei mir voll und ganz angekommen. ;-) Mag deine Beiträge zu deinem Selbstversorger-Balkon bisher alle sehr gerne. Ich überlege nun tatsächlich, ob ich es nicht doch einmal versuche eigene Kräuter auf der Fensterbank zu ziehen. Dabei lief das bisher immer ziemlich kläglich ab, aber ich würde nun so gerne auch selbst etwas ernten.

  2. Steffi says:

    Liebe Melissa,
    ich wohne in der Stadt und habe auch immer einen kleinen Kräutergarten auf meinem Balkon – von dir kann ich mir aber noch einiges abschauen ;-)
    Zu deiner Frage: Ich habe die Tofu-Chorizos im Denn´s Biosupermarkt gefunden (z.B. von Wheaty). Im Edeka habe ich aber auch schon welche gesichtet :-)
    LG Steffi

  3. RoM says:

    Servus, Melissa.
    Offensichtlich, Dein Biotop fühlt sich wohl.

    Für die Kletterambitionen Deiner Gurke genügt eine am Geländer befestigte Schnur, die Du locker am Haupttrieb anknüpfst.
    Ich selbst finde die gelben Zuchini leckerer im Geschmack als die dunkelgrünen. Gefüllt mit Reis, in einer Tomatensoße – leckerst.

    Die Paprika einfach wachsen laßen. Was das Wachstum betrifft sind sie etwas langsamer als jetzt die Gurkengewächse – sind eben Flaneure!

    Auf die mögliche Weiße Fliege achten – sind noch nervender als Blattläuse.

    bonté

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